Manchmal ist es nicht das Geld, das nervt—sondern das Gefühl, dass Dinge einfach weiterlaufen, ohne dass du bewusst „Ja“ sagst. Abos sind dafür perfekt: klein, regelmäßig, leicht zu vergessen. Und plötzlich steht da eine Liste, und du fragst dich: Soll ich pausieren oder kündigen? Ich verspreche dir: Du brauchst keine perfekte Antwort. Du brauchst eine, die zu deinem Leben gerade passt.
Hier ist ein einfacher 3‑Fragen‑Test. Er führt dich nicht zur „richtigen“ Entscheidung—sondern zu deiner.
Frage 1: Welche Rolle spielt dieses Abo in deinem echten Alltag?
Nicht in deinem Wunsch-Alltag. In deinem Dienstag.
Stell dir vor, das Abo wäre morgen weg. Was wäre dann wirklich anders?
- Wird etwas Wichtiges schwieriger (z.B. Gesundheit, Arbeit, Familie, Ruhe)?
- Oder würdest du es vor allem vermissen, weil du es „eigentlich“ nutzen wolltest?
Gib dem Abo eine Bedeutungsskala von 1–5:
- 1 = „Eher nett als nötig“
- 3 = „Hilfreich, aber ersetzbar“
- 5 = „Trägt spürbar zu meinem Wohlbefinden/Alltag bei“
Wenn es eher eine 1–2 ist, spricht vieles für kündigen (oder konsequent ersetzen). Wenn es eine 4–5 ist, geht es oft nicht um Kündigen—sondern um wie du es sinnvoll nutzt.
Ein Hinweis, der ehrlich hilft: Ein Abo kann „wertvoll“ sein, auch wenn du es gerade wenig nutzt—wenn es eine Rolle als Sicherheitsnetz hat (dazu gleich mehr). Aber „wertvoll“ nur aus schlechtem Gewissen heraus? Das ist meistens teuer, selbst wenn es wenig kostet.
Frage 2: Ist die geringe Nutzung ein kurzfristiger Zustand—oder ein Muster?
Hier trennen sich „pausieren“ und „kündigen“.
Frag dich: Warum nutze ich es gerade weniger? Und dann: Ist das voraussichtlich bald anders?
Drei typische Situationen:
-
Kurzfristige Phase
Stress, Krankheit, Urlaub, Prüfungen, neue Babyzeit—du bist gerade nicht in der Lage, es zu nutzen.
→ Pausieren ist oft die freundlichste Option: Du sagst nicht „nie wieder“, sondern „nicht jetzt“. -
Muster seit Monaten
Du hast es wiederholt nicht genutzt, obwohl Zeitfenster da waren. Du hoffst jedes Mal auf „ab nächster Woche“.
→ Das ist oft ein Zeichen für kündigen. Nicht als Strafe—sondern als Realitätscheck: Dieses Abo passt gerade nicht zu deiner Lebensführung. -
Du nutzt es, aber nicht so, wie du dachtest
Vielleicht ist das Problem nicht das Abo, sondern die Form. Beispiel: Du zahlst ein großes Paket, nutzt aber nur eine Funktion.
→ Hier ist weder Pause noch Kündigung automatisch richtig. Manchmal ist „kleineres Paket“ oder „Alternative“ die stimmigste Entscheidung.
Wenn du unsicher bist, hilft eine Mini-Regel: Wenn du einen klaren Neustart-Termin im Kopf hast, pausiere. Wenn nicht, kündige. Ein „vielleicht irgendwann“ ist meistens ein Muster.
Frage 3: Was kaufst du dir damit—Komfort, Identität oder Sicherheit?
Diese Frage klingt groß, aber sie ist praktisch. Viele Abos sind nicht nur „Leistung gegen Geld“, sondern emotional aufgeladen.
- Komfort: Es macht etwas leicht (Lieferung, Apps, Cloud, Entertainment).
Frage: Wie sehr entlastet es dich wirklich? (1–5) - Identität: Es fühlt sich an wie „die Person, die ich sein will“ (Sport, Sprache lernen, Kreativ-Tools).
Frage: Ist das Abo ein Schritt dahin—oder nur ein Symbol dafür? - Sicherheit: Es beruhigt dich (Backups, Versicherungen, Mitgliedschaften, Notfall-Services).
Frage: Wie wichtig ist dir diese Absicherung gerade (1–5)? Und: Gibt es eine schlankere Form derselben Sicherheit?
Gerade bei „Identitäts-Abos“ lohnt sich Sanftheit: Du bist nicht gescheitert, wenn du kündigst. Du erkennst nur: Heute sieht mein Leben anders aus. Vielleicht kommt die Phase wieder. Vielleicht auch nicht. Beides ist okay.
So kommst du zu einer Entscheidung (ohne Grübeln)
Wenn du magst, nutze diese einfache Zuordnung:
- Kündigen, wenn…
- Bedeutung 1–2, oder
- geringe Nutzung ein Muster ist, oder
- du es hauptsächlich aus schlechtem Gewissen behältst.
- Pausieren, wenn…
- Bedeutung 3–5, aber
- die Nichtnutzung klar an einer kurzfristigen Phase hängt, und
- du einen realistischen Wiedereinstieg siehst (Datum oder Ereignis).
- Behalten, wenn…
- Bedeutung 4–5 und
- du es tatsächlich nutzt oder es dir wichtige Sicherheit gibt, und
- es sich in dein Leben gerade leicht integrieren lässt.
Und wenn du zwischen zwei Optionen schwankst: Entscheide so, dass du dich morgen nicht klein fühlst. Für manche ist das „Ich kündige, weil ich mir vertraue, neu zu wählen.“ Für andere ist es „Ich pausiere, weil ich gerade keine Energie für endgültige Entscheidungen habe.“
Wenn du die Entscheidung testen willst (statt sie zu beweisen)
Manchmal ist der beste Weg nicht „richtig entscheiden“, sondern „richtig überprüfen“. Dafür hilft ein kurzer Blick auf deine aktuelle Realität: Welche Abos laufen überhaupt, und welche nutzt du wirklich?
Wenn du ein Tool wie Monee nutzt, kann Tracking dabei wie ein Spiegel sein: nicht um dich zu kontrollieren, sondern um zu sehen, ob deine Entscheidung dich entlastet. Du musst dafür keine Zahlen perfektionieren. Es reicht, wenn du nach ein paar Wochen spürst: Fühlt sich mein Alltag freier an? Bin ich zufriedener mit dem, was bleibt?
Am Ende ist eine gute Abo-Entscheidung oft überraschend unspektakulär: Du wählst weniger aus Gewohnheit und mehr aus Absicht. Und dann lässt du die Wahl eine Weile wirken—bis du klar merkst, ob sie zu dir passt.

