Geteilte Taxifahrt mit mehreren Stopps fair aufteilen

Author Jules

Jules

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Es ist kurz nach zwei Uhr nachts. Drei Leute sitzen im Taxi, alle müde und alle mit einem anderen Ziel. Die Erste steigt nach ein paar Minuten aus und sagt: „Ich schick dir was.“ Der Zweite steigt etwas später aus und will dasselbe tun. Die Letzte fährt allein bis zum Ende und hält dann eine Quittung in der Hand, mit der irgendwie alle etwas zu tun haben.

Die kurze Antwort: Am fairsten teilst du nach Abschnitten. Jede Teilstrecke wird durch die Zahl der Leute geteilt, die auf dieser Strecke im Taxi saßen. Wer früher aussteigt, zahlt nur für die gemeinsamen Abschnitte. Wer bis zum Schluss bleibt, zahlt den letzten Teil allein. Du brauchst dafür nur eine Sache: Merk dir bei jedem Stopp den Stand des Taxameters.

Warum „einfach durch drei“ oft nicht fair ist

Ein Taxipreis besteht in Deutschland meist aus einem Grundpreis, einem Kilometerpreis und Kosten für Wartezeit. Diese Tarife legt nicht das Taxiunternehmen fest. Die Stadt oder der Landkreis erlässt sie als Verordnung auf Grundlage von § 51 Personenbeförderungsgesetz. Deshalb gelten von Ort zu Ort andere Preise.

Für das Aufteilen zählen vor allem zwei Punkte:

  • Der Grundpreis fällt nur einmal an. Ihn sollten sich alle teilen, die eingestiegen sind.
  • Spätere Kilometer sind oft günstiger als die ersten. In München kostet der Kilometer laut städtischer Taxitarifverordnung bis einschließlich 7 km mehr als jeder weitere Kilometer. Prüf vor Ort, welche Fassung gerade gilt.

Wer nur zwei Minuten mitfährt, sollte also nicht ein Drittel einer langen Fahrt bezahlen. Wer am längsten fährt, sollte sich aber auch nicht bei allen anderen „bedanken“ müssen.

Methode 1: Die Abschnittsmethode (am fairsten)

So gehst du vor:

  1. Notiere bei jedem Stopp den Betrag auf dem Taxameter. Ein schnelles Handyfoto reicht.
  2. Rechne die Kosten für jeden Abschnitt aus. Das ist der Stand beim Stopp minus der Stand beim vorigen Stopp.
  3. Teile jeden Abschnitt durch die Zahl der Leute, die darauf im Taxi saßen.
  4. Zähl für jede Person ihre Anteile zusammen.

Hypothetisches Beispiel (die Beträge sind ausgedacht und nicht an einen bestimmten Tarif angelehnt):

Abschnitt Taxameter beim Stopp Kosten des Abschnitts Im Taxi Pro Person
Start → Stopp Anna 16,00 € 16,00 € Anna, Ben, Clara 5,33 €
Stopp Anna → Stopp Ben 24,00 € 8,00 € Ben, Clara 4,00 €
Stopp Ben → Ziel Clara 32,00 € 8,00 € Clara 8,00 €

Ergebnis:

  • Anna: 5,33 €
  • Ben: 5,33 € + 4,00 € = 9,33 €
  • Clara: 5,33 € + 4,00 € + 8,00 € = 17,34 €

Zusammen sind das 32 €. Wegen der Rundung zahlt eine Person einen Cent mehr. Das ist ein Opfer, das man bringen kann. Der Grundpreis steckt im ersten Abschnitt und wird damit automatisch von allen geteilt.

Methode 2: Nach eigener Strecke (wenn der Taxameter-Stand fehlt)

Manchmal hat niemand auf den Taxameter geschaut. Dann kannst du nach den gefahrenen Kilometern teilen. Die Strecken schätzt du grob mit einer Karten-App.

Hypothetisches Beispiel: Anna fährt 4 km, Ben 7 km und Clara 10 km mit. Das sind zusammen 21 „Personenkilometer“.

  • Anna: 4/21 × 32 € ≈ 6,10 €
  • Ben: 7/21 × 32 € ≈ 10,67 €
  • Clara: 10/21 × 32 € ≈ 15,24 €

Das geht schnell, ist aber ungenauer. Die Methode beachtet nicht, dass sich die Leute vorne im Taxi den Grundpreis und die teureren ersten Kilometer geteilt haben. In diesem Beispiel zahlt Anna dadurch etwas mehr als bei der Abschnittsmethode.

Methode 3: Gleich teilen (wenn alle zustimmen)

Ist die Fahrt kurz und liegen die Ziele dicht beieinander, ist „durch drei“ völlig in Ordnung. Wichtig ist nur, dass ihr das vor der Fahrt ausmacht. Am Ziel will niemand mehr verhandeln.

Sonderfälle, über die oft gestritten wird

Wartezeit bei einem Zwischenstopp: Lässt jemand das Taxi warten, um schnell etwas aus der Wohnung zu holen, kostet das Geld. In München wird kundenbedingte Wartezeit zum Beispiel nach einer eigenen Tarifstufe abgerechnet (Taxitarifverordnung München). Fair ist, wenn die Person, die das Taxi warten lässt, diese Kosten übernimmt.

Umwege: Liegt ein Ziel deutlich abseits, kann die Person dafür einen Aufschlag zahlen. Bei der Abschnittsmethode passiert das zum Teil von selbst. Ganz exakt wird es trotzdem nicht. Hier hilft eher gesunder Menschenverstand als eine Tabelle.

Festpreise bei vorbestellten Fahrten: Viele Städte erlauben inzwischen für vorbestellte Fahrten einen Festpreis, zum Beispiel Berlin und München. Dann gibt es keine Zwischenstände auf dem Taxameter. Nimm in diesem Fall Methode 2 oder einigt euch vorher auf einen festen Anteil pro Person.

Fahrten über das Stadtgebiet hinaus: Außerhalb des sogenannten Pflichtfahrgebiets gilt der feste Tarif oft nicht mehr. Dann kann der Preis frei vereinbart werden. Die Kölner Taxitarifordnung verlangt zum Beispiel, dass der Fahrer darauf vor der Fahrt hinweist. Wenn ein Stopp außerhalb liegt, klärt den Preis also am besten vor dem Losfahren.

Trinkgeld: Ihr könnt es im gleichen Verhältnis wie den Fahrpreis aufteilen oder pauschal gleich. Hauptsache, ihr entscheidet das einmal und diskutiert es nicht jedes Mal neu.

Die Abrechnung danach: einfach und nachvollziehbar

Meist zahlt eine Person das ganze Taxi und die anderen geben ihr Geld zurück. Damit dabei nichts verloren geht:

  • Lass dir eine Quittung geben oder fotografier den Endbetrag.
  • Schick die Rechnung sofort in den Gruppenchat, solange noch alle wissen, wer wo ausgestiegen ist.
  • Behalte die offenen Beträge im Blick, besonders wenn ihr öfter zusammen unterwegs seid.

Für den letzten Punkt kann eine App helfen. In der Haushaltsbuch-App Monee kannst du laut Hersteller gemeinsame Konten anlegen, andere Leute einladen und Buchungen nach beteiligten Personen filtern. Die App ist kostenlos und ohne Werbung. Eine automatische Berechnung, wer wem wie viel schuldet, nennt der Hersteller nicht. Die Aufteilung selbst rechnest du also mit einer der Methoden oben aus und trägst danach die Beträge ein.

Fazit

Fair heißt nicht, dass alle gleich viel zahlen. Fair heißt, dass jede Person für die Strecke zahlt, die sie wirklich mitgefahren ist. Mit einem kurzen Blick auf den Taxameter bei jedem Stopp ist das in einer Minute erledigt. Dann bleibt am nächsten Morgen nur noch die Frage, warum es um zwei Uhr nachts so eine gute Idee war, noch weiterzuziehen.

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