Hilft ein Einkaufskorb, weniger zu kaufen? Ein Test

Author Rafael

Rafael

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Ja, ein Einkaufskorb kann Ihnen helfen, weniger zu kaufen. Sein begrenzter Platz und das zunehmende Gewicht machen die Menge unmittelbar spürbar. Ein sicherer Spareffekt ist jedoch nicht belegt: Einkaufsplanung, Hunger, Angebote und Einkaufsdauer beeinflussen das Ergebnis ebenfalls.

Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass Waren in einem großen Einkaufswagen leicht aus dem Blick geraten. Sie empfiehlt für geplante Einkäufe unter anderem eine Einkaufsliste; die Verbraucherzentrale NRW rät bei kleineren Einkäufen ausdrücklich zu einem Korb statt eines großen Wagens.

Warum ein Korb helfen könnte

Ein Einkaufskorb setzt eine sicht- und fühlbare Grenze:

  • Jeder zusätzliche Artikel nimmt erkennbar Platz ein.
  • Das steigende Gewicht bremst weiteres Stöbern.
  • Ein fast voller Korb kann signalisieren, dass der Einkauf abgeschlossen ist.
  • Spontane Großpackungen werden unpraktischer.

Ein Einkaufswagen bietet dagegen viel freien Raum. Dadurch kann eine bereits beträchtliche Warenmenge klein wirken. Die Verbraucherzentrale beschreibt dies als eine typische Einkaufsfalle im Supermarkt.

Das ist eine plausible Erklärung, aber kein Beweis dafür, dass Sie persönlich mit einem Korb weniger ausgeben. Deshalb lohnt sich ein kontrollierter Vergleich.

Der einfache Korb-gegen-Wagen-Test

Vergleichen Sie vier möglichst ähnliche Einkäufe:

Einkauf Hilfsmittel
1 Einkaufskorb
2 Einkaufswagen
3 Einkaufswagen
4 Einkaufskorb

Nutzen Sie jedes Mal denselben Supermarkt und kaufen Sie möglichst am gleichen Wochentag zu einer ähnlichen Uhrzeit ein. Erstellen Sie vorher eine Liste für einen vergleichbaren Bedarf.

Notieren Sie anhand des Kassenbons:

  1. den Gesamtbetrag,
  2. die Zahl aller gekauften Artikel,
  3. die Zahl der ungeplanten Artikel,
  4. den Preis dieser ungeplanten Artikel.

Berechnen Sie anschließend für Korb und Wagen jeweils den Durchschnitt. Entscheidend ist nicht allein der Gesamtbetrag. Wenn Sie beim Wagen-Einkauf mehr notwendige Vorräte kaufen, wäre der höhere Preis kein überzeugender Hinweis auf unnötigen Konsum. Aussagekräftiger sind Anzahl und Kosten der Produkte, die nicht auf der Liste standen.

Ein Beispiel für die Auswertung

Das folgende Szenario ist rein beispielhaft:

Hilfsmittel Durchschnittlicher Betrag Ungeplante Artikel Kosten der ungeplanten Artikel
Korb 32 € 1 3 €
Wagen 39 € 4 10 €

In diesem Fall wäre der Korb wahrscheinlich hilfreich. Der Unterschied von sieben Euro allein reicht für diese Schlussfolgerung aber nicht aus. Erst die zusätzlichen ungeplanten Produkte zeigen, woher er kommt.

So bleibt der Vergleich fair

Ändern Sie während des Tests möglichst nur das Transportmittel. Besonders wichtig sind diese Punkte:

  • Ähnlicher Bedarf: Ein kleiner Ergänzungseinkauf lässt sich nicht sinnvoll mit einem Wocheneinkauf vergleichen.
  • Gleiche Einkaufsliste: Sie verhindert, dass unterschiedliche Mahlzeiten das Ergebnis verzerren. Hinweise zur Wochenplanung bietet die Verbraucherzentrale.
  • Nicht hungrig einkaufen: Hunger kann spontane Entscheidungen begünstigen.
  • Angebote kennzeichnen: Ein Vorratskauf kann geplant und wirtschaftlich sein, obwohl er den Bon erhöht.
  • Preis und Menge betrachten: Weniger Artikel bedeuten nicht automatisch geringere Ausgaben.
  • Retouren und Pfand trennen: Sie verfälschen den Vergleich des eigentlichen Einkaufs.

Vier Einkäufe liefern nur einen ersten Hinweis. Schwanken die Ergebnisse stark, sind sechs oder acht Durchgänge aussagekräftiger.

Wann der Korb wenig bringt

Für einen großen Wocheneinkauf, schwere Getränke oder Einkäufe mit Kindern kann ein Wagen schlicht notwendig sein. Ein überladener Korb ist außerdem unbequem und kann dazu führen, dass sinnvolle Lebensmittel fehlen.

Auch spontane Käufe verschwinden durch den Korb nicht automatisch. Produkte an der Kasse, auffällige Platzierungen und Sonderangebote bleiben wirksam. Eine konkrete Liste und ein geplanter Speiseplan sind deshalb die wichtigere Grundlage. Der Korb ist lediglich eine zusätzliche Begrenzung.

Was als gutes Ergebnis zählt

Der Test ist erfolgreich, wenn Sie mit dem Korb dauerhaft weniger ungeplante Produkte kaufen, ohne bald darauf einen zusätzlichen Einkauf machen zu müssen. Bleiben die Ergebnisse gleich, bringt der Korb für Ihr Kaufverhalten vermutlich wenig.

Ein Einkaufskorb ist damit kein verlässlicher Spartrick für alle. Bei kleinen und mittleren Einkäufen kann er jedoch eine einfache physische Obergrenze schaffen – und der Vergleich anhand echter Kassenbons zeigt, ob diese Grenze für Sie tatsächlich einen Unterschied macht.

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