Kennst du dieses kurze „Ups“, wenn du deinen Kontostand checkst und denkst: Warte mal… hab ich wirklich so viel für Kaffee ausgegeben? Mir ging’s genau so. Nicht, weil ich jeden Tag Luxus lebe – sondern weil sich diese 3,50 € hier und 4,20 € da wie von selbst stapeln.
Und ich wollte nicht die Person werden, die ab jetzt nur noch Leitungswasser und Selbstdisziplin trinkt. Also hab ich mir ein Ziel gesetzt: Kaffee behalten, Ausgaben deckeln. Ohne Drama, ohne „ab morgen perfekt“.
Ein Gedanke, der mir geholfen hat: Kaffee ist in Deutschland kein Randthema. Laut Deutschem Kaffeeverband trinken 93 % der Erwachsenen Kaffee und der Pro-Kopf-Konsum liegt bei rund 163 Litern pro Jahr. (kaffeeverband.de) Wenn so viele Leute Kaffee trinken, dann ist es auch normal, dass man dafür Geld ausgibt – die Frage ist nur: Wie viel fühlt sich für mich okay an?
Mein Mini-Experiment: Nicht weniger Kaffee – nur weniger „zufällig“
1) Das „Cap“-Prinzip: Ich setze ein Limit, nicht ein Verbot
Ein Verbot macht bei mir sofort dieses Trotz-Gefühl. Ein Cap ist eher wie: „Ich entscheide vorher, was fair ist.“
So hab ich’s gemacht (du kannst das natürlich anpassen):
- Ich hab meinen letzten Monat grob überschlagen: Wie oft Coffee-to-go? Wie oft Zuhause?
- Dann hab ich ein Monatslimit gesetzt, das sich realistisch anfühlt (nicht heroisch).
- Und: Ich hab mir bewusst ein bisschen Luft gelassen, weil Kaffee auch soziale Momente sind (Lerngruppe, Spaziergang, „ich brauch kurz raus“).
Warum das gerade jetzt Sinn macht: Selbst offiziell taucht Kaffee als Preistreiber auf. Destatis berichtet z. B. für Juni 2025, dass „Kaffee und Ähnliches“ im Jahresvergleich um 19,8 % teurer war. (destatis.de) Heißt: Wenn du das Gefühl hast, Kaffee „kostet plötzlich mehr“ – das bildest du dir nicht ein.
2) „Try this in 10 minutes“: Der 3-Spalten-Kaffee-Check
Das ist mein 10-Minuten-Quick-Win, der sofort Klarheit bringt (und null weh tut):
Nimm Notizen-App oder Papier und mach drei Spalten:
- Must-have (Kaffee, der mich wirklich trägt): z. B. der erste am Morgen
- Nice-to-have (macht Spaß, aber nicht zwingend): z. B. der zweite im Café, weil’s gemütlich ist
- Aus Versehen (der „ich lauf halt vorbei“-Kauf): z. B. Coffee-to-go, weil ich zu spät los bin
Bei mir war die „Aus Versehen“-Spalte peinlich groß. Und das war der Hebel: Nicht den Kaffee streichen – nur die Automatik.
3) Die 2-Getränke-Regel (die mich nicht nervt)
Ich hab mir eine simple Regel gesetzt:
Pro Woche maximal 2 gekaufte Café-Getränke – der Rest zuhause.
Das fühlt sich nicht nach Verzicht an, weil ich immer noch diese kleinen Highlights habe. Und gleichzeitig ist es planbar. Wenn ich weiß, dass ich Donnerstag mit einer Freundin Kaffee trinken gehe, dann ist das mein Kaffee-Moment – nicht irgendein spontaner Kauf, der im Nachhinein nur „meh“ war.
4) Der „Notfall-Kaffee“: ein Mini-Budget gegen Stresskäufe
Das klingt albern, hat bei mir aber richtig geholfen: Ich hab ein kleines Notfall-Budget eingeplant (wirklich klein), nur für Tage mit:
- Nachtschicht/Prüfungsphase
- Bahnchaos + zu wenig Schlaf
- „Ich kann nicht mehr“-Moment
So musste ich mich nicht moralisch fertig machen, wenn ich doch mal unterwegs kaufe. Ich hatte’s eingeplant.
5) Zuhause besser machen (nicht perfekt): mein „guter genug“-Setup
Ich bin keine Barista. Ich wollte nur, dass mein Zuhause-Kaffee nicht wie „Strafe“ schmeckt.
Meine „good enough“-Upgrades:
- Eine Sorte Kaffee, die ich wirklich mag (und nicht nur „war halt im Angebot“)
- Milch/Schaum, den ich gern trinke (auch Hafer, wenn’s dein Ding ist)
- Ein Becher, der sich wie Café anfühlt (ja, ich bin anfällig für Ästhetik)
Und weil’s auch ums Körpergefühl geht: Ich hab mir grob gemerkt, dass die EFSA für gesunde Erwachsene bis zu 400 mg Koffein pro Tag (über den Tag verteilt) als unbedenklich einstuft. (ages.at) Das war für mich eher ein „Okay, ich muss nicht pushen“-Reminder als eine harte Regel.
Mein kleiner Tracking-Trick (ohne Judgment)
Ich hab eine Zeit lang nur Kaffee-Ausgaben getrackt. Nicht alles, nicht jede Kategorie – nur Kaffee. (Wenn du ein Tool magst: Ich hab’s testweise auch mit Monee gemacht, einfach damit ich sehe, wo mein Geld eigentlich hingeht.)
Wichtig: Tracking war bei mir kein „Kontrolletti“-Move, sondern ein Aha-Moment. Und ja: Es gab Tage, da hab ich das Cap gerissen. Dann hab ich nicht „alles ist egal“ gemacht – sondern nur am nächsten Tag normal weiter.
Zum Schluss das, was ich mir selbst öfter sagen musste: Du musst Kaffee nicht aufgeben, um dein Budget ernst zu nehmen. Ein Cap ist kein Verzicht – es ist eine Entscheidung, die dir den Kopf freier macht.

