Du kannst dir die Reise leisten, wenn drei Zahlen gleichzeitig „grün“ sind: Überschuss, Puffer, Schuldenfreiheit. Wenn eine davon rot ist, fühlt sich die Buchung später an wie ein Sprint mit Steinen im Rucksack.
Hier ist, was die meisten falsch machen: Sie schauen nur auf den Preis der Reise. Das ist wie beim Kochen nur auf die Kalorien zu schauen und die Zutaten zu ignorieren. Entscheidend ist nicht „Was kostet’s?“, sondern „Was kostet’s relativ zu meinem echten Spielraum?“
Der 3-Zahlen-Test (ohne Excel-Fetisch)
1) Deine Überschuss-Zahl: „Wie viele Monate brauche ich dafür?“
Zahl: Reisekosten ÷ monatlicher Überschuss
- Monatlicher Überschuss = das, was nach Fixkosten, Essen, Alltag und normalen Freizeit-Ausgaben realistisch übrig bleibt (nicht das Wunschdenken).
- Ergebnis ist eine Monatszahl: 1, 2, 5 …
Daumenregel:
- 0–1 Monat Überschuss: meist okay.
- 1–3 Monate Überschuss: möglich, aber nur wenn die nächsten beiden Zahlen passen.
- >3 Monate Überschuss: wird oft zur Dauerbaustelle (du „zahlst“ die Reise noch, wenn der Alltag längst wieder läuft).
Warum das wichtig ist: In Deutschland lag die Sparquote 2023 zwar bei 10,4% des verfügbaren Einkommens (Destatis), aber das ist ein Durchschnitt – dein Konto kennt keine Durchschnittswerte. (Quelle: Statistisches Bundesamt, 29.10.2024)
Wenn das nicht zu dir passt:
Wenn dein Überschuss stark schwankt (Selbstständigkeit, Schicht, Provision), nimm nicht den „besten“ Monat, sondern den Median der letzten 3–6 Monate. Das ist die sportliche Version von „nicht nach einem guten Training glauben, du bist sofort in Bestform“.
2) Deine Puffer-Zahl: „Was bleibt danach übrig?“
Zahl: Notgroschen nach der Buchung (in Monaten)
Du willst nach der Buchung nicht bei null starten. Die Verbraucherzentrale formuliert es glasklar: „Empfehlenswert ist ein Betrag etwa in Höhe von 2 bis 3 Netto-Monatsgehältern“ als Rücklage. (Quelle: Verbraucherzentrale)
Daumenregel:
- Grün: Du bleibst bei mindestens 2–3 „Monaten“ Puffer.
- Gelb: Du fällst kurz darunter, aber du kannst ihn innerhalb von etwa einem Drittel Jahr wieder auffüllen.
- Rot: Du würdest den Notgroschen „leer essen“ – wie wenn du fürs Grillen das ganze Gewürzregal aufbrauchst und morgen nichts mehr da ist.
Situationshinweis:
Mit sehr sicherem Einkommen und niedrigen Fixkosten kann „2 Monate“ reichen. Mit Kindern, Auto, unsicherem Job oder gesundheitlichen Themen sind 3+ Monate oft die realistischere Unterkante.
3) Deine Schulden-Zahl: „Muss ich dafür Geld leihen?“
Zahl: 0 oder 1 (binär)
- 0 = Nein: Reise wird aus Überschuss/Sparen bezahlt.
- 1 = Ja: Kredit, Dispo, „Buy now pay later“, Kreditkarte mit Restschuld, Raten – egal wie nett es klingt.
Wenn du für eine Reise neue Schulden brauchst, ist das meist ein Zeichen, dass entweder die Reise zu groß ist oder der Zeitpunkt falsch. Und ja: Das ist nicht moralisch, das ist physikalisch – Zinsen sind wie Sand im Getriebe.
Warum ich so hart bin: Viele Menschen sind finanziell angespannt. Eurostat zeigt: 27% der EU-Bevölkerung ab 16 konnten sich 2024 keine einwöchige Urlaubsreise leisten. (Quelle: Eurostat, 14.07.2025) Das heißt nicht, dass Reisen „falsch“ sind – nur, dass der Druck schnell real wird, wenn man’s sich schönrechnet.
Und noch ein Punkt, der unterschätzt wird: Geldstress killt Vorfreude. Laut TK-Stressreport fühlen sich 66% der Menschen in Deutschland häufig oder manchmal gestresst. (Quelle: Techniker Krankenkasse, 26.11.2025) Eine Reise, die dich finanziell anspannt, ist wie ein Urlaub mit ständigem Blick auf den Puls.
Das Merkbild, das hängen bleibt
Reise = Gericht.
Der Preis ist nur das Etikett. Die drei Zahlen sind die Zutatenliste:
- Überschuss (kann ich’s „kochen“?), 2) Puffer (bleibt was im Vorrat?), 3) Schulden (muss ich mir Zutaten leihen?).
Kurz zu Monee (wenn du’s nutzen willst)
Bevor du Regeln baust, brauchst du Positionsbewusstsein: Was ist dein echter Überschuss, wie groß ist dein Puffer, wo gehen Fixkosten hoch? Tracking ist nicht das System – es ist das Licht im Raum.
Wenn eine Zahl rot ist, ist die Lösung nicht „verzichten oder durchziehen“. Oft ist es einfach: kleiner reisen, später reisen, oder die Reise so planen, dass sie in deinen Überschuss passt, ohne den Puffer anzuknabbern.

