Lohnt sich der Einkauf in mehreren Läden? Ein Test

Author Rafael

Rafael

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Wer für jedes Angebot in einen anderen Laden fährt, spart auf dem Kassenzettel – und verliert möglicherweise trotzdem Geld. Mit einem einfachen Test findest du heraus, ob mehrere Supermärkte für dich wirklich günstiger sind oder nur mehr Zeit, Sprit und Spontankäufe verursachen.

Das kurze Urteil: Der Einkauf in mehreren Geschäften kann sich lohnen, wenn die Läden nah beieinanderliegen, du regelmäßig größere Mengen kaufst und dich an eine Liste hältst. Für kleine Haushalte, weite Wege oder impulsives Einkaufsverhalten ist die Ersparnis oft kleiner als gedacht.

Für dich geeignet, wenn …

  • du Preise deiner häufig gekauften Produkte kennst,
  • mehrere Geschäfte auf deiner normalen Strecke liegen,
  • du Mahlzeiten planst und mit Einkaufsliste einkaufst,
  • du haltbare Produkte sinnvoll auf Vorrat kaufst.

Eher nicht für dich geeignet, wenn …

  • du für einzelne Angebote Umwege fahren musst,
  • du in jedem Laden zusätzliche Produkte mitnimmst,
  • du wenig Platz für Vorräte hast,
  • dich Preisvergleiche stressen oder viel Zeit kosten.

Warum mehrere Läden günstiger sein können

Kein Supermarkt ist bei allen Produkten am günstigsten. Ein Geschäft hat vielleicht gute Eigenmarken, ein anderes günstiges Obst und ein drittes regelmäßig passende Angebote. Wer gezielt auswählt, kann deshalb seine wiederkehrenden Ausgaben senken.

Besonders gut funktioniert das bei Produkten, die häufig gekauft werden und deren Preise leicht vergleichbar sind: Nudeln, Reis, Haferflocken, Getränke, Drogerieartikel oder Tierfutter. Bei diesen Waren fallen Preisunterschiede über mehrere Monate tatsächlich auf.

Doch hier kommt der Teil, den Angebotsprospekte nicht zeigen: Ein niedriger Einzelpreis ist noch keine echte Ersparnis.

Die versteckten Kosten des Preisvergleichs

Zusätzliche Wege kosten Zeit. Je nach Verkehrsmittel kommen Fahrtkosten hinzu. Außerdem steigt mit jedem weiteren Laden die Wahrscheinlichkeit, etwas Ungeplantes zu kaufen.

Genau daran scheitert die Strategie häufig. Du sparst bei drei Angebotsartikeln, legst aber noch Snacks, ein neues Getränk und zwei vermeintlich praktische Vorräte in den Wagen. Auf dem Bon sehen die reduzierten Produkte weiterhin wie ein Erfolg aus. Der gesamte Einkauf ist trotzdem teurer.

Auch verdorbene Vorräte zählen. Ein günstiger Großpack ist keine Ersparnis, wenn ein Teil davon im Müll landet. Das gilt besonders für frische Lebensmittel und Produkte, die du nur selten verwendest.

Der einfache Zwei-Wochen-Test

Teste die Strategie zwei Wochen lang, ohne deine Ergebnisse schönzurechnen.

In der ersten Woche kaufst du wie gewohnt in deinem bevorzugten Geschäft ein. Notiere:

  • den Gesamtbetrag,
  • die benötigte Zeit von Tür zu Tür,
  • zusätzliche Fahrtstrecken,
  • ungeplante Einkäufe,
  • weggeworfene Lebensmittel.

In der zweiten Woche verteilst du deinen Einkauf bewusst auf mehrere Geschäfte. Kaufe möglichst vergleichbare Mengen und ähnliche Produkte. Erfasse wieder dieselben Punkte.

Bewerte das Ergebnis anschließend in drei Kategorien:

Großartig: Du hast erkennbar weniger ausgegeben, kaum zusätzliche Zeit benötigt und nichts Unnötiges gekauft.

Okay: Es gab eine kleine Ersparnis, aber auch mehr Planung oder längere Wege. Diese Variante lohnt sich nur, wenn dich der Aufwand nicht stört.

Riskant: Die Fahrtkosten, Spontankäufe oder verdorbenen Vorräte haben den Preisvorteil aufgezehrt. Bleibe besser bei einem Hauptgeschäft und nutze andere Läden nur bei größeren, gut planbaren Einkäufen.

Eine Ausgaben-App kann bei diesem Test helfen, weil sie Einkäufe nach Geschäft oder Kategorie sichtbar macht. Sie löst aber weder Impulskäufe noch schlechte Planung. Auch Monee oder ähnliche Tracker sind hier nur Messwerkzeuge: Entscheidend ist, ob du alle Nebenkosten ehrlich einträgst.

Die praktischste Lösung liegt oft dazwischen

Du musst dich nicht zwischen einem einzigen Laden und einer wöchentlichen Supermarkt-Tour entscheiden. Für viele Haushalte funktioniert ein Mittelweg am besten: ein Hauptgeschäft für den normalen Einkauf und ein zweites für bestimmte Produktgruppen oder größere Vorratskäufe.

Diese Methode ist auch leichter wieder aufzugeben. Du gewöhnst dich nicht an komplizierte Routen und bist weniger von wechselnden Angeboten abhängig. Wenn ein Geschäft sein Sortiment ändert oder ungünstig liegt, wechselst du ohne großen Aufwand.

Häufige Fragen

Muss ich jeden Preis einzeln vergleichen?

Nein. Konzentriere dich auf zehn bis fünfzehn Produkte, die du oft kaufst. Kleine Unterschiede bei seltenen Käufen beeinflussen dein Budget kaum.

Lohnen sich Kundenkarten und Apps mehrerer Geschäfte?

Sie können nützlich sein, machen Vergleiche aber komplizierter. Achte besonders auf personalisierte Rabatte, Mindestmengen und Käufe, die du ohne Angebot nicht gemacht hättest.

Wie oft sollte ich meine Strategie überprüfen?

Alle paar Monate reicht meistens. Preise, Wege und Einkaufsgewohnheiten verändern sich. Was heute sinnvoll ist, kann später unnötiger Aufwand werden.

Was ist beim Wechsel des Hauptgeschäfts wichtig?

Prüfe nicht nur Preise, sondern auch Qualität, Sortiment, Erreichbarkeit und Rückgaberegeln. Der günstigste Laden ist keine gute Wahl, wenn du dort regelmäßig Ersatzprodukte oder zusätzliche Wege brauchst.

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