Mit der Nachfüllregel Getränkekosten unterwegs senken

Author Aisha

Aisha

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Die Nachfüllregel lautet: Erst die eigene Flasche auffüllen, dann über einen Getränkekauf entscheiden.

Damit wird Wasser zur normalen Lösung für Durst. Kaffee, Limonade oder andere Getränke bleiben möglich – aber als bewusste Entscheidung und nicht als automatische Reaktion auf eine leere Flasche.

Warum die Regel Geld sparen kann

Unterwegs gekaufte Getränke wirken einzeln oft nebensächlich. Mehrere spontane Käufe pro Woche können sich jedoch zu einem spürbaren Monatsbetrag summieren.

Leitungswasser ist im Vergleich sehr günstig: Nach Angaben des Umweltbundesamts bekommst du für einen Cent ungefähr fünf Liter. Zugleich kann deutsches Leitungswasser nahezu überall ohne Bedenken getrunken werden. Wasser, das länger als vier Stunden in einer Leitung stand, sollte allerdings erst ablaufen, bis es merklich kühl wird. Umweltbundesamt: Trinkwasser aus der Leitung

Die Nachfüllregel beseitigt nicht jeden Getränkekauf. Sie reduziert vor allem Käufe, die nur entstehen, weil du durstig und unvorbereitet bist.

So funktioniert die Nachfüllregel

Halte dich an eine einfache Reihenfolge:

  1. Verlasse das Haus mit einer gefüllten Flasche.
  2. Ist sie leer, suchst du zuerst nach einer geeigneten Nachfüllmöglichkeit.
  3. Erst wenn das nicht möglich ist, kaufst du ein Getränk.
  4. Getränke, die du bewusst genießen möchtest, behandelst du als geplante Ausgabe.

Diese Trennung ist wichtig. Durst muss gestillt werden; ein besonderer Kaffee oder Saft darf trotzdem Teil deines Tages sein. Die Regel soll Entscheidungen erleichtern, nicht jeden Genuss verbieten.

Mache das Auffüllen möglichst einfach

Eine Regel hilft nur, wenn sie im Alltag bequem genug ist. Dafür brauchst du keine besondere Ausrüstung. Eine dichte, gut zu reinigende Flasche in einer passenden Größe reicht meistens aus.

Platziere sie dort, wo du sie vor dem Losgehen siehst – etwa neben der Tasche, den Schlüsseln oder der Jacke. Nach der Reinigung kannst du sie direkt wieder bereitstellen.

Bei längeren Wegen lohnt sich ein kurzer Blick auf deine Route. Öffentliche Trinkbrunnen und teilnehmende Geschäfte können unterwegs eine kostenlose Versorgung ermöglichen. Bei den freiwilligen Stationen von Refill Deutschland wird mitgebrachtes Trinkgeschirr kostenlos mit Leitungswasser gefüllt. Die Stationen dürfen eine Befüllung beispielsweise bei einem unsauberen Gefäß oder in besonders hektischen Situationen ablehnen. Refill Deutschland: Refill nutzen

Praktisch sind deshalb:

  • eine saubere Flasche mit ausreichend großer Öffnung,
  • eine Größe, die zu deiner üblichen Strecke passt,
  • bekannte Wasserstellen am Arbeitsplatz oder unterwegs,
  • eine kleine Reserve für Tage ohne Nachfüllmöglichkeit.

Nutze Ausnahmen, statt die Regel aufzugeben

Es wird Tage geben, an denen Auffüllen nicht funktioniert. Vielleicht ist eine Station geschlossen, dein Zug verspätet sich oder du hast die Flasche vergessen.

Eine sinnvolle Ausnahmeregel könnte lauten:

Wenn kein sicherer und zumutbarer Zugang zu Trinkwasser besteht, kaufe ich Wasser. Beim nächsten Weg nehme ich meine Flasche wieder mit.

Du musst notwendiges Trinken nicht hinauszögern, um Geld zu sparen. Gesundheit und eine ausreichende Versorgung gehen vor. Entscheidend ist das wiederkehrende Muster, nicht eine lückenlose Serie.

Auch Kaffee und andere Lieblingsgetränke brauchen keinen vollständigen Verzicht. Du kannst beispielsweise eine feste Anzahl bewusster Getränkekäufe pro Woche einplanen. Dadurch bleibt Genuss im Budget, während reine Durstkäufe seltener werden.

Berechne deine persönliche Ersparnis

Allgemeine Durchschnittswerte helfen hier wenig. Aussagekräftiger sind deine tatsächlichen Ausgaben.

Notiere eine Woche lang:

  • wie viele Getränke du unterwegs kaufst,
  • was du jeweils bezahlst,
  • ob der Kauf Durst, Gewohnheit oder Genuss war,
  • welche Käufe durch eine Nachfüllmöglichkeit vermeidbar gewesen wären.

Berechne anschließend:

vermiedene Käufe × durchschnittlicher Preis = wöchentliche Ersparnis

Ein rein hypothetisches Beispiel: Du kaufst normalerweise vier Getränke pro Woche zu durchschnittlich 3 Euro. Drei davon ersetzt du durch Nachfüllen. Das wären 9 Euro pro Woche, etwa 39 Euro im durchschnittlichen Monat und 468 Euro im Jahr.

Pfand solltest du getrennt betrachten. Wenn du es zurückbekommst, ist es keine dauerhafte Ausgabe. Verlorene oder nicht zurückgebrachte Pfandbeträge gehören dagegen zu deinen tatsächlichen Kosten.

Wenn Leitungswasser nicht gut schmeckt

Manchmal liegt das Hindernis weniger an der Regel als am Geschmack. Dann können kleine Anpassungen helfen:

  • Wasser vor dem Trinken abkühlen,
  • eine saubere Glas- oder Edelstahlflasche testen,
  • zu Hause ungesüßten Tee vorbereiten,
  • bei geeignetem Wasser einen Wassersprudler verwenden,
  • Lebensmittel wie Zitronenscheiben nur in einer Flasche transportieren, die sich gründlich reinigen lässt.

Wenn du Zweifel an Leitungen oder der Wasserqualität eines Gebäudes hast, frage den Betreiber beziehungsweise Vermieter oder nutze eine andere sichere Trinkwasserquelle. Das Umweltbundesamt weist darauf hin, dass die Hausinstallation die Wasserqualität auf den letzten Metern beeinflussen kann. Umweltbundesamt: Trinkwasser verteilen

Woran du erkennst, dass die Regel funktioniert

Der Erfolg zeigt sich nicht daran, dass du nie wieder ein Getränk kaufst. Gute Zeichen sind vielmehr:

  • Du gehst seltener nur wegen Durst in einen Laden.
  • Getränkekäufe fühlen sich bewusster an.
  • Du kennst deine tatsächlichen Ausgaben.
  • Vergessene Flaschen werden zur Ausnahme.
  • Die Regel funktioniert auch nach einem unperfekten Tag weiter.

So bleibt die Nachfüllregel flexibel: Wasser deckt den Durst, geplante Getränke schaffen Genuss und spontane Ausgaben verlieren einen Teil ihrer Macht.

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