Preis-pro-Nutzung-Regel: Lohnt sich dieser Kauf?

Author Lina

Lina

Veröffentlicht am

Was ist die Preis-pro-Nutzung-Regel?

Die Idee ist simpel: Statt nur auf den Preis zu schauen, schaust du auf den Preis pro Nutzung.

Formel:
Preis pro Nutzung = Kaufpreis ÷ erwartete Nutzungen

Das hilft vor allem bei Dingen, die „eigentlich praktisch“ sind, aber vielleicht nur kurz spannend bleiben: neue Kopfhörer, eine Jacke, ein Küchengerät, ein Kurs, eine App.

Wichtig: Das ist kein perfekter Taschenrechner fürs Leben. Es ist eher ein kleiner Filter, damit du weniger im Gefühl „Ich sollte…“ kaufst und mehr im Gefühl „Ich nutze das wirklich“ entscheidest.

Warum sie im Studi-Alltag hilft

  • Sie nimmt Druck raus. Du musst nicht „sparsam genug“ sein. Du brauchst nur eine realistische Nutzungsschätzung.
  • Sie entlarvt Impulskäufe. Wenn du merkst: „Vielleicht nutze ich das 3-mal“, fühlt sich der Kauf oft direkt anders an.
  • Sie macht Qualität verständlich. Teurer kann ok sein, wenn du es wirklich oft nutzt und es länger hält.
  • Sie passt zu wenig Energie. An stressigen Tagen ist „ein kurzer Check“ leichter als lange Budgetpläne.

Und ja: Manchmal kaufst du trotzdem etwas nur, weil es Freude macht. Dann ist der Trick, das ehrlich so zu benennen—statt es als „total notwendig“ zu verkleiden.

So rechnest du (ohne Mathe-Stress)

  1. Wähle einen Zeitraum, der sich echt anfühlt.
    Für Kleidung oft: 6–12 Monate. Für kleine Tools/Gadgets: 1–3 Monate. Für Basics (Rucksack, Laptop-Zubehör): 1–2 Jahre.

  2. Schätze Nutzungen, nicht Tage.
    „Ich trage es 2-mal pro Woche“ ist greifbarer als „oft“.

  3. Teile grob.
    Rundungen sind ok. Du brauchst keine Cent-Genauigkeit.

  4. Checke deine Ausrede-Liste.
    Wenn du innerlich Sätze hörst wie „Das wird mein neues Ding“, mach die Nutzungsschätzung extra konservativ.

Optional (wenn es dir hilft, ohne kompliziert zu werden):

  • Secondhand/Weiterverkauf: Wenn du ziemlich sicher bist, dass du es wieder verkaufen würdest, kannst du gedanklich einen kleinen Restwert abziehen.
  • Pflege/Verbrauch: Bei Dingen mit laufenden Kosten (z. B. Kapseln, Spezialreiniger) merk dir: „Das kommt noch dazu.“ Kein großer Rechenblock nötig.

Beispiel

Du überlegst, eine Winterjacke für 120 EUR zu kaufen. Realistisch trägst du sie an 3 Tagen pro Woche in der kalten Zeit, sagen wir 12 Wochen:

  • Nutzungen: 3 × 12 = 36
  • Preis pro Nutzung: 120 ÷ 36 ≈ 3,33 EUR

Jetzt kommt der Teil, der wirklich hilft: der Vergleich mit Alternativen.

  • Hast du schon eine Jacke, die du noch 36-mal tragen würdest, wenn du sie einmal reinigen/klein reparieren lässt?
  • Könntest du für die Saison eine Jacke leihen oder secondhand kaufen?
  • Würdest du diese neue Jacke auch nächstes Jahr noch tragen (dann sinkt der Preis pro Nutzung stark)?

Die Regel sagt dir nicht „kaufen“ oder „nicht kaufen“. Sie gibt dir nur einen klareren Blick darauf, was du gerade wirklich bezahlst: Nutzung.

Try this in 10 Minuten

  1. Nimm einen Kauf, den du gerade im Kopf hast (oder den du neulich gemacht hast).
  2. Schreib drei Zahlen auf: Preis, Zeitraum, Nutzungen.
  3. Rechne grob den Preis pro Nutzung aus.
  4. Stell dir zwei Fragen:
    • „Würde ich mich bei diesem Preis pro Nutzung noch freuen?“
    • „Was wäre die billigste Alternative, die ich wirklich nutzen würde?“ (leihen, secondhand, reparieren, warten)

Wenn du nach 10 Minuten immer noch unsicher bist, ist das oft schon eine Information.

Mini-Experimente (für irgendwann, ohne Planstress)

1) Die „10 Nutzungen“-Probe

Bevor du etwas kaufst, frag dich: „Sehe ich 10 konkrete Nutzungen vor mir?“
Wenn du sie nicht aufzählen kannst (Ort, Situation, Zeitpunkt), ist es eher ein Wunsch als ein Werkzeug.

2) Der „Eine-Woche“-Vergleich

Für alles, was nicht dringend ist: Warte gedanklich eine Woche und rechne dann nochmal.
Wenn die Nutzungsschätzung in der Woche schrumpft, war’s wahrscheinlich ein Impuls.

3) Der „Erst einsetzen, dann upgraden“-Move

Wenn du schon eine Version davon hast (alte Pfanne, ältere Kopfhörer, Basic-Rucksack):
Nutz das vorhandene Teil bewusst 5-mal und notiere, was dich wirklich stört. Danach kaufst du gezielter (oder gar nicht).

4) Die „Ausleihen statt Besitzen“-Abkürzung

Bei Dingen, die du selten brauchst (Werkzeug, spezielles Küchenteil, Anlass-Outfit):
Einmal ausleihen und danach Preis pro Nutzung neu denken. Manchmal ist „nicht besitzen“ die entspannteste Option.

Copy-Paste-Template: Kauf-Check (Preis pro Nutzung)

Kauf: _______________________

1) Wofür genau brauche/ will ich das?
- Konkrete Situation(en): _______________________
- Das löst es für mich: _______________________

2) Zeitraum & Nutzungen (realistisch, nicht ideal)
- Zeitraum: _______________________
- Nutzungen pro Woche/Monat: _______________________
- Geschätzte Nutzungen gesamt: _______________________

3) Preis pro Nutzung
- Preis: ________
- Preis pro Nutzung = Preis / Nutzungen: ________

4) Alternativen (kurz)
- Leihen/teilen? _______________________
- Secondhand? _______________________
- Reparieren/auffrischen, was ich schon habe? _______________________
- 1 Woche warten möglich? ja / nein

5) Ehrlichkeits-Check
- Kaufe ich das eher für Nutzung oder Gefühl? _______________________
- Wenn’s nur 3-mal genutzt wird: wäre es mir das trotzdem wert? ja / nein

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