Wenn am Monatsende kaum noch Geld übrig ist, musst du nicht wahllos alles kündigen: Mit der richtigen Reihenfolge findest du zuerst die Rechnungen, die viel kosten und im Familienalltag am wenigsten fehlen.
Zwischen Supermarkteinkauf, Kita-Beitrag und der nächsten überraschend teuren Kinderjacke wirken laufende Kosten schnell wie ein undurchdringlicher Block. Dabei sind nicht alle Rechnungen gleich wichtig. Manche lassen sich sofort streichen, andere nur reduzieren und einige sollten unbedingt unangetastet bleiben.
Die schnelle Version
Wenn du gerade nur fünf Minuten hast, geh so vor:
- Notiere alle monatlichen und jährlichen Rechnungen.
- Markiere unverzichtbare Ausgaben wie Miete, Strom und Versicherungen.
- Suche nach ungenutzten Abos und doppelten Leistungen.
- Sortiere die übrigen Rechnungen nach möglicher Ersparnis.
- Kündige zuerst, was niemand nutzt und keine Vertragsstrafe verursacht.
- Verhandle danach teure Verträge wie Internet, Mobilfunk oder Versicherungen.
- Prüfe nach vier Wochen, ob die Änderungen im Alltag funktionieren.
Das Ziel ist nicht, jede Freude zu streichen. Es geht darum, möglichst viel zu sparen, ohne jeden Dienstag darüber zu diskutieren, warum plötzlich kein Streamingdienst mehr funktioniert.
Schritt 1: Erst herausfinden, wohin das Geld geht
Mein größtes Aha-Erlebnis war nicht eine besonders clevere Sparmethode. Es war die Erkenntnis, dass wir mehrere Rechnungen schlicht vergessen hatten.
Ein Hörbuch-Abo für 9,99 Euro, zusätzlicher Cloud-Speicher für 2,99 Euro und eine App für 6,99 Euro klangen einzeln harmlos. Zusammen waren es fast 20 Euro im Monat beziehungsweise 240 Euro im Jahr.
Schau dafür in die Kontoauszüge der vergangenen drei Monate. Jahresbeiträge findest du zusätzlich in älteren Buchungen oder E-Mails. Mit einer Ausgaben-App wie Monee lässt sich ein gemeinsamer Haushalt abbilden. Das erspart zumindest die klassische Frage: „Hast du das bezahlt oder sollte ich das machen?“
Schritt 2: Rechnungen in drei Gruppen einteilen
Für eine vierköpfige Familie in einer deutschen Stadt funktioniert diese Einteilung gut:
Muss bleiben: Miete, Energie, notwendige Versicherungen, Betreuungskosten und grundlegende Mobilität.
Kann günstiger werden: Internet, Mobilfunk, Stromtarif, Versicherungen, Kontogebühren und Vereinsbeiträge.
Kann wahrscheinlich weg: ungenutzte Abos, zusätzliche App-Pakete, doppelte Cloud-Dienste, selten verwendete Mitgliedschaften und kostenpflichtige Lieferoptionen.
Beginne mit der dritten Gruppe. Dort ist die Entscheidung meist leichter und das Risiko gering.
Schritt 3: Nach Wirkung statt Bequemlichkeit sortieren
Eine Kündigung über 2,99 Euro ist schnell erledigt. Sie löst aber kein Haushaltsloch von 150 Euro. Sortiere deshalb nach realistischer Ersparnis:
- Ungenutzte Abos: etwa 10 bis 50 Euro monatlich
- Günstigerer Mobilfunkvertrag: etwa 5 bis 25 Euro
- Internetvertrag neu verhandeln: etwa 10 bis 30 Euro
- Versicherungen anpassen: häufig 10 bis 60 Euro
- Auto reduzieren oder abschaffen: mehrere hundert Euro, aber mit großem Einfluss auf den Alltag
Kleine Kündigungen bringen schnelle Erfolge. Große Verträge bringen die eigentliche Entlastung. Beides ist sinnvoll, nur nicht gleich wirksam.
Was bei uns nicht funktioniert hat
Wir wollten einmal einen radikalen „Null-Abo-Monat“ machen. Theoretisch klang das konsequent. Praktisch führte es zu schlechter Stimmung, weil wir auch Angebote gestrichen hatten, die regelmäßig von der ganzen Familie genutzt wurden.
Besser funktioniert diese Frage: Würden wir diese Leistung heute noch einmal zu diesem Preis buchen?
Wenn die Antwort sofort Nein lautet, ist die Sache klar. Wenn alle zögern, setzen wir eine vierwöchige Testpause. Danach zeigt sich meistens, ob etwas wirklich fehlt.
Schritt 4: Erst reden, dann kündigen
Gemeinsame Ausgaben heimlich zu streichen spart selten dauerhaft Geld. Für das Gespräch hilft ein neutraler Einstieg:
„Wir müssen nicht alles streichen. Ich möchte nur herausfinden, welche drei Rechnungen uns am wenigsten bringen. Können wir die gemeinsam auswählen?“
Bei unterschiedlichen Prioritäten:
„Mir ist wichtig, dass wir beide etwas behalten können, das den Alltag leichter macht. Dafür sollten wir zwei Dinge streichen, die kaum jemand nutzt.“
Für Kinder, die ein Abo verwenden:
„Das kostet jeden Monat 12 Euro. Wir können es behalten, wenn wir dafür etwas anderes in ähnlicher Höhe pausieren. Was wäre dir weniger wichtig?“
Screenshot-Checkliste
- Kontoauszüge der letzten drei Monate prüfen
- Monatliche und jährliche Rechnungen notieren
- Notwendige Ausgaben markieren
- Ungenutzte und doppelte Leistungen finden
- Mögliche Ersparnis pro Monat berechnen
- Kündigungsfristen und Gebühren prüfen
- Gemeinsame Kosten gemeinsam besprechen
- Zuerst unnötige Rechnungen kündigen
- Danach teure Verträge neu verhandeln
- Änderungen nach vier Wochen kontrollieren

