So fragst du nach Treuerabatt: Einfaches Skript

Author Nadia

Nadia

Veröffentlicht am

Du zahlst seit Jahren pünktlich – und trotzdem ist das „Beste Angebot“ plötzlich nur für Neukunden? Genau hier verlieren viele die Nerven. Nicht, weil sie unvernünftig sind, sondern weil ihnen ein klarer Satz fehlt. Den bekommst du jetzt. Heute gehst du nicht „betteln“ – du führst ein normales Gespräch über Konditionen.

Das Skript (sofort kopieren)

Telefon (60–90 Sekunden)

Du:
„Hallo, ich bin seit [X Jahren/Monaten] Kundin/Kunde und zahle zuverlässig. Ich möchte meinen Vertrag gern behalten – aber der aktuelle Preis passt für mich nicht mehr. Können Sie mir bitte einen Treuerabatt oder ein besseres Bestandskundenangebot anbieten?“

Dann Stille. (Wirklich. Lass die Person arbeiten.)

Wenn sie nach dem Grund fragt:
„Ich habe meine Ausgaben geprüft und gemerkt, dass ich den Posten reduzieren muss. Mir ist wichtig, dass wir eine Lösung finden, damit ich bleiben kann.“

Wenn sie fragt, was du willst:
„Ideal wäre: Gebühr reduziert, ein besserer Tarif oder eine Anpassung ohne Zusatzkosten. Was ist bei Ihnen möglich?“

Warum das funktioniert: Verhandeln heißt nicht drücken oder laut werden – es ist ein sachliches Gespräch. Ein Verbraucherschützer bringt es so auf den Punkt: „Es geht darum, sich mit dem Verkäufer freundlich und sachlich über den Preis … zu unterhalten.“ (t-online.de)

Chat (kurz & klar)

„Ich bin seit [X] Kund:in. Ich möchte bleiben, aber der Preis ist mir zu hoch. Können Sie mir bitte ein Treue-/Bestandskundenangebot anbieten (z.B. Preis senken, Tarif anpassen oder Gebühren erlassen)?“

E‑Mail (mit Betreffzeile)

Betreff: „Bitte um Bestandskundenangebot / Treuerabatt – Vertragsnummer [XXXX]“

„Guten Tag,
ich bin seit [X] Kund:in und möchte den Vertrag grundsätzlich fortführen. Nach Durchsicht meiner Ausgaben muss ich die laufenden Kosten reduzieren. Können Sie mir bitte ein Bestandskundenangebot anbieten (z.B. Preis senken, Tarif anpassen oder Gebühren erlassen), damit ich bleiben kann?
Vielen Dank und freundliche Grüße
[Name]“

Wenn sie X sagen, sagst du Y

1) „Da kann ich nichts machen.“

„Danke fürs Nachsehen. Können Sie mich bitte an die Retention-/Kundenrückgewinnung weiterleiten oder prüfen lassen, ob es ein Bestandskundenangebot gibt? Ich möchte eine Lösung, sonst muss ich zu [Datum] kündigen.“

Du setzt hier einen realen Rahmen: Seit März 2022 sind viele automatische Verlängerungen nur noch zulässig, wenn danach auf unbestimmte Zeit verlängert wird und du mit maximal einem Monat Frist kündigen kannst. (verbraucherzentrale.de)

2) „Das Angebot gilt nur für Neukunden.“

„Verstanden. Ich bin gern bereit zu bleiben, wenn wir die Konditionen angleichen können. Welche Option ist für Bestandskunden am nächsten dran – Preis, Tarif oder Zusatzleistung?“

Du sprichst eine Marktlogik an, ohne zu diskutieren: In einer Simon‑Kucher Telko‑Studie sagen 56% der Verbraucher (DACH), dass das Preis‑Leistungs‑Verhältnis ihrer Telekommunikationsverträge unausgewogen ist – und Bestandskund:innen zahlen laut derselben Quelle im Schnitt 15% mehr als bei Neuabschlüssen. (simon-kucher.com)

3) „Dann kündigen Sie halt.“

„Okay. Bevor ich kündige: Gibt es noch ein letztes Bestandskundenangebot, das Sie freigeben können? Wenn nicht, nennen Sie mir bitte den genauen Ablauf und bestätigen Sie mir das Kündigungsdatum.“

Ruhig bleiben. Du brauchst kein Drama – nur Klarheit.

4) „Wir können nur [kleines Extra] anbieten.“

„Danke. Ich prüfe kurz: Wenn wir statt des Extras den Preis oder die monatliche Rate anpassen könnten – wäre das möglich? Sonst bräuchte ich leider die Kündigungsabwicklung.“

Du lenkst zurück auf dein Ziel (Outcome), ohne unhöflich zu werden.

Dein 3‑Punkte‑Plan vor dem Gespräch (macht dich sofort ruhiger)

  1. Fakten notieren: Laufzeit, Kündigungsfrist, aktueller Tarif, Alternativen.
  2. Ziel definieren: „Fee waived“, „rate reduced“ oder „plan changed“ – nicht „irgendein Rabatt“.
  3. Dein Satz: „Ich möchte bleiben, aber der Preis passt nicht mehr. Was können Sie anbieten?“

Das ist der Monee‑Moment: „Ich habe meine Ausgaben geprüft…“ ist keine Rechtfertigung, sondern deine Grundlage. Fakten geben dir Haltung.

Wenn der erste Versuch nicht klappt (Follow‑up ohne Stress)

  • Strategie A: Zeitfenster setzen. „Ich entscheide bis [Datum]. Können Sie mir bis dahin ein Angebot schicken?“
  • Strategie B: Kanal wechseln. Wenn Telefon zäh ist: schriftlich nachfassen (E‑Mail/Chat) und um „Bestandskundenangebot“ bitten.
  • Strategie C: Sauber kündigen – und offen lassen. „Ich kündige fristgerecht zum [Datum]. Falls es ein Rückgewinnungsangebot gibt, bin ich gesprächsbereit.“ (Viele Anbieter reagieren erst dann.)

Auch aus Unternehmenssicht ist das logisch: Bain beschreibt die bekannte Idee, dass schon +5% Kundenbindung die Gewinne „um bis zu 95%“ steigern kann. Mit anderen Worten: Es ist für Anbieter oft wirtschaftlich, dich zu halten. (bain.com)

Du brauchst dafür keine perfekte Stimme, keinen „Verhandler‑Charakter“ und keine langen Erklärungen. Du brauchst nur einen ruhigen Rahmen, deine Zahlen – und einen Satz, der dich trägt.

Entdecke Monee - Haushaltsbuch

Demnächst bei Google Play
Im App Store laden