Ja. Wenn du kürzer duschst, verbrauchst du weniger Wasser und musst weniger Wasser erwärmen. Dadurch sinken normalerweise sowohl deine Wasser- als auch deine Energiekosten.
Wie viel du tatsächlich sparst, hängt jedoch von deinem Duschkopf, deinen Preisen und der Art der Warmwasserbereitung ab. Mit einem einfachen Test bekommst du eine brauchbare persönliche Zahl.
Schritt 1: Miss den Wasserdurchfluss
Du brauchst einen Eimer und eine Stoppuhr.
Lass das Wasser mit deiner üblichen Einstellung laufen und miss, wie viele Sekunden der Eimer zum Füllen braucht. Anschließend rechnest du:
Eimervolumen in Litern ÷ Sekunden × 60
= Liter pro Minute
Beispiel: Ein 10-Liter-Eimer ist nach 60 Sekunden voll. Dein Duschkopf verbraucht damit 10 Liter pro Minute.
Diese Methode empfiehlt auch die Verbraucherzentrale zum Auslitern eines Duschkopfs. Herkömmliche Brausen benötigen laut Umweltbundesamt häufig 12 bis 15 Liter pro Minute, sparsame Modelle etwa 6 bis 9 Liter.
Schritt 2: Stoppe deine Duschzeit
Miss nur die Zeit, in der das Wasser wirklich läuft.
Angenommen, du duschst bisher acht Minuten und möchtest auf fünf Minuten kommen. Du sparst dann drei Minuten.
Liter pro Minute × eingesparte Minuten
= eingesparte Liter
Bei 10 Litern pro Minute sind das:
10 × 3 = 30 Liter pro Dusche
Schritt 3: Berechne die Wasserkosten
Auf deiner Abrechnung findest du die mengenabhängigen Preise für Trinkwasser und Schmutzwasser. Addiere beide Werte.
eingesparte Liter ÷ 1.000
× Preis für Wasser und Abwasser je m³
= Ersparnis pro Dusche
Die örtlichen Preise unterscheiden sich. Verwende deshalb deine eigene Abrechnung statt eines bundesweiten Durchschnittswerts. Auch das Statistische Bundesamt weist Abwasserentgelte nach Tarifgebiet und Tarifart aus.
Schritt 4: Schätze die eingesparte Energie
Für eine einfache Näherung brauchst du die Temperaturdifferenz zwischen kaltem Leitungswasser und Duschwasser.
Liter × Temperaturdifferenz × 0,001163
= Wärmeenergie in kWh
Bei 30 eingesparten Litern und einer angenommenen Temperaturdifferenz von 30 Grad ergibt sich:
30 × 30 × 0,001163 = rund 1,05 kWh
Bei einem elektrischen Durchlauferhitzer kannst du diesen Wert näherungsweise mit deinem Strompreis je Kilowattstunde multiplizieren. Bei Gas, Fernwärme oder einer zentralen Anlage kommen Wirkungsgrad, Speicher- und Leitungsverluste hinzu. Nutze dort nach Möglichkeit die Angaben aus deiner Energie- oder Heizkostenabrechnung.
Eine Beispielrechnung
Das folgende Beispiel ist rein hypothetisch. Die Preise sind frei gewählte Annahmen und keine Durchschnittswerte:
- Wasserdurchfluss: 10 Liter pro Minute
- kürzere Duschzeit: 3 Minuten
- eingespartes Wasser: 30 Liter
- Wasser und Abwasser: 5 Euro pro Kubikmeter
- elektrischer Durchlauferhitzer: 0,35 Euro pro Kilowattstunde
- Temperaturdifferenz: 30 Grad
Wasser und Abwasser:
30 ÷ 1.000 × 5 Euro = 0,15 Euro
Energie:
1,05 kWh × 0,35 Euro = rund 0,37 Euro
Gesamtersparnis:
0,15 Euro + 0,37 Euro = rund 0,52 Euro pro Dusche
Bei fünf Duschen pro Woche wären das rechnerisch etwa 135 Euro im Jahr. Deine tatsächliche Ersparnis kann deutlich höher oder niedriger ausfallen.
Warum du die Ersparnis nicht sofort auf dem Konto siehst
Grundpreise und andere feste Kosten bleiben unverändert. Kürzeres Duschen senkt nur die verbrauchsabhängigen Bestandteile.
In einer Mietwohnung mit zentraler Warmwasserversorgung wird die Ersparnis außerdem möglicherweise nur teilweise deiner Wohnung zugerechnet. Nach § 8 Heizkostenverordnung werden grundsätzlich 50 bis 70 Prozent der zentralen Warmwasserkosten nach dem erfassten Verbrauch verteilt. Der übrige Anteil richtet sich meist nach der Wohn- oder Nutzfläche.
Was bringt mehr: kürzer duschen oder ein Sparduschkopf?
Beides wirkt nach demselben Prinzip: Es fließt weniger warmes Wasser.
Wenn dein Duschkopf 14 Liter pro Minute verbraucht, kann bereits eine kürzere Duschzeit einen spürbaren Unterschied machen. Ein Sparduschkopf reduziert zusätzlich den Verbrauch während jeder laufenden Minute. Die Verbraucherzentrale empfiehlt beim Neukauf eine Schüttmenge von weniger als neun Litern pro Minute.
Bei älteren hydraulischen Durchlauferhitzern ist Vorsicht sinnvoll: Manche Geräte benötigen einen Mindestdurchfluss und funktionieren nicht zuverlässig mit besonders sparsamen Duschköpfen. Auch darauf weist die Verbraucherzentrale hin.
Das Ergebnis
Kürzeres Duschen spart wirklich Geld. Entscheidend ist nicht eine pauschale Zahl, sondern deine persönliche Kombination aus Wasserdurchfluss, Duschdauer, Warmwassertechnik und Tarif.
Schon drei Minuten weniger können pro Dusche mehrere Dutzend Liter warmes Wasser einsparen. Ob daraus im Jahr 30, 100 oder mehr Euro werden, zeigt dir der Test mit deinen eigenen Preisen.

