Wenn du unbezahlten Urlaub nimmst, ist das größte Risiko nicht „zu wenig Disziplin“ – sondern ein zu kurzer Atem.
Hier ist die einfache Lösung: Plane deine Auszeit wie eine Runway (Landebahn). Du brauchst eine Zahl, die sagt: Wie viele Monate kann ich sicher rollen und landen, ohne Einkommen? Wenn du diese Zahl kennst, wird Budgeting plötzlich simpel.
Der eine Takeaway, der hängen bleibt
Runway = (Liquid verfügbare Reserve) ÷ (monatliche Pflichtkosten).
Nicht „was wäre schön“, sondern „was ist sicher“.
Wie beim Kochen: Wenn du vor dem Anbraten nicht weißt, ob genug Öl in der Pfanne ist, wird’s hektisch. Die Runway ist dein Ölstand.
Hier ist, was die meisten falsch machen
Viele budgetieren unbezahlten Urlaub wie einen Urlaub: bisschen sparen, bisschen hoffen, dass „es schon passt“. Das Problem: Unbezahlter Urlaub ist kein Wochenendtrip. Es ist eher wie ein Trainingsblock ohne Wettkampfprämie – du brauchst eine Grundversorgung, die nicht verhandelbar ist.
Die Fix-Idee: Trenne Pflichtkosten von Lebensstilkosten. Dann baust du deine Runway nicht auf Wunschdenken, sondern auf Fakten.
Schritt 1: Deine Pflichtkosten brutal ehrlich bestimmen
Pflichtkosten sind alles, was dich „über Wasser“ hält, auch wenn du null Bock auf Optimierung hast:
- Wohnen (inkl. Nebenkosten)
- Grundversorgung (Essen simpel, Transport, Kommunikation)
- Versicherungen/Beiträge (das, was wirklich weiterläuft)
- Unvermeidbare Verträge
- Mindestzahlungen (falls vorhanden)
Praktisch: Rechne mit deinem Durchschnitt der letzten etwa drei Monate. Nicht perfekt, aber realistisch. Und ja: Das ist der Moment, wo „ich schätze mal…“ gegen „ich weiß es“ verliert. Wenn du Ausgaben trackst (z. B. als „deine echten Zahlen kennen“ – Monee-Style), ist dieser Schritt in 15 Minuten erledigt.
Schritt 2: Die Runway-Zielzahl festlegen (mit Puffer)
Nimm deine geplante Auszeit in Monaten und addiere einen Puffer:
- Standard: + about ein Drittel (33%) als Sicherheitsstreifen
- Minimal: + ein Viertel (25%), wenn du sehr planbar lebst
- Mehr: wenn Einkommen danach unsicher ist oder du viele variable Kosten hast
Warum Puffer? Weil Leben wie Sport ist: Du planst den Lauf für 10 km, aber manchmal kommt Gegenwind. Der Puffer ist dein Gegenwind-Fonds.
Schritt 3: Drei Töpfe statt 20 Kategorien
Du brauchst kein Excel-Museum. Für unbezahlten Urlaub reichen drei Töpfe:
- Pflichtkosten-Topf (Runway)
Das ist der Kern. Ziel: Pflichtkosten × (Auszeit + Puffer). - Variabel-Topf (Flex)
Alles, was du reduzieren kannst, ohne dass dein Alltag zusammenbricht. Denk an Kochen: statt Lieferdienst eben Pasta + Gemüse. Nicht asketisch, nur einfacher. - Einmal-Topf (Sonderfälle)
Dinge, die nur in der Übergangsphase passieren: Reise, Umzug, neues Gerät, Kurs, was auch immer. Einmaliges gehört nicht in deine Monatsrechnung, sonst verwirrst du dich.
Diese Struktur verhindert den Klassiker: Du „hast doch gespart“, aber die Sonderkosten fressen still deine Reserve.
Schritt 4: Die Sparlogik: erst Runway, dann Komfort
Wenn Zeit bis zur Auszeit noch da ist, funktioniert eine simple Reihenfolge gut:
- Zuerst Pflichtkosten auffüllen (Runway-Topf)
- Dann Flex aufbauen
- Dann Sonderfälle (oder umgekehrt, wenn ein Fixtermin ansteht)
Wenn du dazu eine Regel willst, nimm eine grobe Aufteilung, die leicht zu merken ist: In der Aufbauphase fließen etwa zwei Drittel deiner freien Mittel in die Runway und ein Drittel in Flex/Sonderfälle. Situativ anpassen, aber nicht zerdenken.
Schritt 5: „Wenn’s nicht passt“ – zwei Alternativen
Manchmal ist die Runway-Zahl zu groß, um sie rechtzeitig aufzubauen. Dann hast du Optionen, ohne dass du die Idee begräbst:
- Alternative A: Kürzer + wiederholbar
Statt 3 Monate am Stück lieber 6 Wochen, später nochmal. Wie Training: lieber konstant als einmal heroisch und dann verletzt. - Alternative B: Teil-Runway + Teil-Einkommen
Wenn möglich, plane einen Anteil „leichtes Einkommen“ (Projekt, Stundenreduktion, Rückkehr mit Puffer). Wichtig: Rechne es konservativ – eher als Bonus, nicht als Fundament.
Kleine Checkliste, die du einmal durchgehst
- Pflichtkosten pro Monat stehen als klare Zahl.
- Runway-Ziel enthält Puffer (25–33%).
- Sonderkosten sind separat notiert.
- Du weißt, welche Ausgaben du in der Auszeit bewusst reduzierst (Flex-Liste).
- Du hast entschieden, was im Worst Case passiert, wenn die Auszeit länger wird.
Am Ende ist das Ganze weniger „Budget-Magie“ und mehr wie eine gute Morgenroutine: ein paar klare Schritte, die dich zuverlässig durchziehen lassen. Wenn die Runway steht, fühlt sich unbezahlter Urlaub nicht mehr riskant an – nur noch geplant.

