Wäschekosten fair mit Mitbewohnern teilen

Author Lina

Lina

Veröffentlicht am

Plötzlich wegen Waschmittel zu diskutieren fühlt sich absurd an, aber genau solche Mini-Kosten können in einer WG richtig nerven.

Bei uns fing es ganz harmlos an: Eine Person kauft Waschmittel, alle benutzen es „nur kurz“, niemand weiß mehr, wer wann bezahlt hat, und irgendwann steht jemand genervt vor der leeren Flasche. Nicht dramatisch. Aber auch nicht gerade WG-Frieden.

Also habe ich ein kleines System ausprobiert, das nicht perfekt ist, aber deutlich weniger Stress macht. Kein Excel-Monster, keine langen Gespräche am Küchentisch, keine „Wer hat zuletzt die Maschine benutzt?“-Detektivarbeit. Einfach ein paar Regeln, die fair genug sind.

Warum Wäschekosten überhaupt aufteilen?

Erst dachte ich: Lohnt sich das überhaupt? Es geht doch nur um Waschmittel.

Aber dann habe ich gemerkt: Es geht nicht nur um Waschmittel. In vielen WGs kommen mehrere Dinge zusammen:

  • Waschmittel
  • Weichspüler, falls ihr den nutzt
  • Fleckenentferner
  • Waschmaschinengebühren im Wohnheim oder Waschsalon
  • Strom und Wasser, wenn ihr eine eigene Maschine habt
  • Trocknerkosten
  • manchmal sogar Reparaturen oder Entkalker

Ein einzelner Waschgang wirkt klein. Aber wenn eine Person jede Woche mehrere Maschinen wäscht und eine andere nur alle zwei Wochen, fühlt sich „wir teilen alles durch drei“ schnell unfair an.

Die Frage ist also nicht: Wie rechnet man alles perfekt aus? Sondern eher: Was ist fair genug, damit sich niemand ausgenutzt fühlt?

Das einfachste Modell: gemeinsamer Wäsche-Topf

Das war unser erster Versuch, und ehrlich gesagt: ziemlich angenehm.

Alle zahlen am Monatsanfang einen kleinen Betrag in einen gemeinsamen Haushalts-Topf, zum Beispiel €3 bis €5 pro Person. Davon wird Waschmittel gekauft. Wenn ihr im Wohnheim pro Maschine zahlen müsst, kann der Topf auch dafür genutzt werden.

Vorteil: Niemand muss ständig nachfragen oder Quittungen sammeln.

Nachteil: Es ist nur fair, wenn alle ungefähr ähnlich viel waschen.

Für uns hat das bei Waschmittel gut funktioniert, aber nicht bei Maschinenkosten. Eine Mitbewohnerin macht Sport und wäscht viel häufiger. Ich wasche eher gesammelt einmal pro Woche. Da wäre pauschal teilen irgendwie schief gewesen.

Das faire Modell: pro Waschgang abrechnen

Dann haben wir eine kleine Liste ausprobiert. Nicht fancy. Einfach eine Notiz am Kühlschrank:

Name Waschladungen diese Woche
A 2
B 1
C 3

Am Ende des Monats wurde grob gerechnet: Wie viele Waschladungen insgesamt? Was haben wir für Waschmittel und Maschinen ausgegeben? Dann wurde durch die Anzahl der Ladungen geteilt.

Beispiel:

  • Waschmittel im Monat: €12
  • Maschinengebühren: €24
  • Gesamt: €36
  • 18 Waschladungen im Monat
  • Kosten pro Ladung: €2

Wer 4 Ladungen hatte, zahlt €8. Wer 8 Ladungen hatte, zahlt €16.

Das war deutlich fairer. Und überraschend wenig Aufwand, wenn alle direkt nach dem Waschen einen Strich machen.

Was ist mit eigener Waschmaschine?

Wenn ihr eine eigene Waschmaschine habt, ist es etwas schwieriger, weil Strom und Wasser nicht direkt sichtbar sind. Ich würde es trotzdem nicht überkomplizieren.

Eine einfache Lösung: Legt einen geschätzten Betrag pro Waschgang fest, zum Beispiel €0,50 bis €1 für Strom und Wasser plus anteilig Waschmittel. Dann zahlt jede Person pro Ladung in den Topf.

Ist das wissenschaftlich exakt? Nein. Aber in einer WG reicht oft eine transparente Schätzung. Wichtig ist, dass alle vorher zustimmen.

Was ich vermeiden würde: Eine Person zahlt die komplette Stromrechnung und versucht später, Wäschekosten „irgendwie“ rauszurechnen. Das wird schnell komisch.

Try this in 10 minutes

Wenn ihr gerade keine Lust auf ein langes WG-Meeting habt, probiert diese Mini-Version:

  1. Schreibt auf, welche Wäschekosten ihr überhaupt habt.
  2. Entscheidet: Pauschal pro Monat oder pro Waschgang?
  3. Legt einen kleinen Betrag fest, zum Beispiel €1 pro Ladung oder €5 pro Monat.
  4. Macht eine gemeinsame Notiz am Kühlschrank oder im WG-Chat.
  5. Testet es nur für einen Monat.

Das Wort „testen“ macht alles entspannter. Niemand muss sich für immer festlegen. Nach vier Wochen könnt ihr sagen: War fair? War nervig? Müssen wir etwas ändern?

Meine kleine Vorlage für den WG-Chat

Falls ihr nicht wisst, wie ihr es ansprechen sollt, hier ist eine Nachricht, die nicht nach Finanzamt klingt:

Hey, mir ist aufgefallen, dass wir bei Waschmittel und Wäschekosten gerade keinen richtigen Überblick haben. Wollen wir für einen Monat testen, pro Waschladung einen kleinen Betrag zu notieren? Dann zahlt jede Person ungefähr das, was sie auch nutzt. Ganz entspannt, nur als Versuch.

Kurz, freundlich, kein Vorwurf. Das hat bei uns besser funktioniert als „Wir müssen mal über Kosten reden“.

Was, wenn jemand vergisst einzutragen?

Passiert. Ich habe gemerkt: Je komplizierter das System, desto schneller scheitert es.

Deshalb lieber sichtbar und einfach:

  • Strichliste neben der Waschmaschine
  • gemeinsame Notiz-App
  • kurzer Eintrag im WG-Chat: „1 Maschine“
  • ein Glas oder Umschlag für Münzen, falls ihr bar zahlt

Wenn jemand öfter vergisst, würde ich nicht direkt Stress machen. Erst fragen: „Wollen wir es einfacher machen?“ Manchmal liegt es wirklich nur daran, dass der Ablauf nervt.

Hilft Tracking dabei?

Mir hat es geholfen, überhaupt mal zu sehen, wohin kleine Beträge verschwinden. Nicht nur bei Wäsche, auch bei Snacks, Kaffee und Drogeriezeug.

Ich habe dafür eine Zeit lang Ausgaben getrackt, teils in Notizen, teils mit Apps wie Monee. Nicht, um mich schlecht zu fühlen, sondern um endlich zu verstehen, wo mein Geld eigentlich hingeht. Gerade in der WG sind diese kleinen geteilten Kosten sonst super unsichtbar.

Mein Fazit

Für mich ist die fairste Lösung: Waschmittel über einen kleinen gemeinsamen Topf, Maschinenkosten pro Waschgang. Das ist nicht perfekt, aber verständlich. Und verständlich ist in einer WG oft wichtiger als mathematisch perfekt.

Am Ende geht es nicht darum, wegen €1 Diskussionen zu gewinnen. Es geht darum, dass sich niemand dauerhaft fühlt, als würde er oder sie alles mitbezahlen. Kleine klare Regeln machen den Alltag leichter. Und manchmal reicht schon eine Strichliste, damit Wäsche wieder einfach nur Wäsche ist.

Entdecke Monee - Haushaltsbuch

Demnächst bei Google Play
Im App Store laden