Waschsalon oder Waschmaschine? Der Break-even-Test

Author Lina

Lina

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Schon mal im Waschsalon gesessen und gedacht: Für dieses Geld könnte ich wahrscheinlich längst eine eigene Waschmaschine besitzen? Genau das wollte ich herausfinden. Also habe ich einen kleinen Break-even-Test gemacht – ohne komplizierte Tabellen und ohne so zu tun, als könnte ich meine Stromrechnung auswendig.

Die Frage ist ziemlich simpel: Ab wann ist eine eigene Waschmaschine insgesamt günstiger als der Waschsalon?

Mein Waschsalon-Experiment

Bei mir kostete eine normale Wäsche etwa 5 €. Für den Trockner kamen schnell weitere 2 € dazu. Weil ich nicht alles trockne, habe ich mit durchschnittlich 6 € pro Besuch gerechnet.

Ich wasche ungefähr einmal pro Woche. Damit sieht die Rechnung so aus:

  • 6 € pro Woche
  • rund 26 € pro Monat
  • etwa 312 € pro Jahr

Das hat mich überrascht. Einzelne 5-Euro-Münzen fühlen sich nicht besonders dramatisch an. Über ein Jahr verteilt wird daraus aber ein Betrag, für den es schon solide gebrauchte oder günstige neue Waschmaschinen gibt.

Natürlich bezahle ich im Waschsalon nicht nur für die Maschine. Wasser und Strom sind bereits im Preis enthalten. Außerdem muss ich mich nicht um Reparaturen kümmern. Wenn eine Maschine kaputt ist, ist das nicht mein Problem – zumindest finanziell.

Was kostet eine eigene Waschmaschine wirklich?

Für meinen Test habe ich mit einer Waschmaschine für 350 € gerechnet. Dazu kommen die laufenden Kosten pro Waschgang.

Meine grobe Beispielrechnung:

  • Kaufpreis: 350 €
  • Lieferung und Anschluss: 50 €
  • Strom und Wasser: etwa 0,80 € pro Wäsche
  • Waschmittel: nicht eingerechnet, weil ich es in beiden Fällen brauche

Bei einer Wäsche pro Woche entstehen zu Hause also ungefähr 42 € laufende Kosten pro Jahr. Im Waschsalon wären es nach meiner Rechnung 312 €.

Die Ersparnis pro Jahr liegt damit bei rund 270 €. Die Anschaffung von insgesamt 400 € hätte sich nach ungefähr 18 Monaten ausgeglichen.

Das ist der Break-even-Punkt: Ab diesem Moment wäre jede weitere Wäsche zu Hause in meinem Beispiel günstiger.

Die einfache Formel

Wer andere Preise oder Waschgewohnheiten hat, kann so rechnen:

Anschaffungskosten ÷ Ersparnis pro Waschgang = Anzahl der Wäschen bis zum Break-even

In meinem Beispiel:

400 € ÷ (6 € − 0,80 €) = ungefähr 77 Wäschen

Bei einer Wäsche pro Woche sind das knapp anderthalb Jahre. Bei zwei Wäschen pro Woche wäre der Punkt deutlich schneller erreicht. Wer dagegen nur zweimal im Monat wäscht, wartet entsprechend länger.

Die versteckten Kosten, die ich fast vergessen hätte

Die Rechnung allein entscheidet nicht alles. Eine eigene Maschine braucht Platz, einen passenden Anschluss und möglicherweise die Erlaubnis des Vermieters. In einer kleinen WG kann schon die Stellfläche das größte Problem sein.

Auch diese Punkte gehören für mich zum Vergleich:

  • mögliche Reparaturkosten
  • höhere Strom- und Wasserabschläge
  • Umzugskosten
  • Zeit für Lieferung und Anschluss
  • Risiko bei einer gebrauchten Maschine
  • Kosten für den Trockner oder Platz zum Aufhängen

Beim Waschsalon gibt es ebenfalls versteckte Kosten: den Weg dorthin, Wartezeit und spontane Snacks, die ich beim Warten kaufe. Mein „günstiger Waschgang“ war dadurch manchmal weniger günstig als gedacht.

Dafür kann ich dort mehrere Maschinen gleichzeitig nutzen. Nach einer Reise oder beim Waschen von Bettwäsche ist das ziemlich praktisch.

In 10 Minuten ausprobieren

Für einen schnellen persönlichen Test reichen vier Zahlen:

  1. Preis pro Besuch im Waschsalon
  2. Anzahl der Besuche pro Monat
  3. realistischer Gesamtpreis einer eigenen Maschine
  4. geschätzte Kosten pro Wäsche zu Hause

Dann lässt sich ausrechnen, was beide Varianten über zwölf oder 24 Monate kosten. Ich habe meine echten Waschsalon-Ausgaben einen Monat lang notiert, weil meine Schätzung vorher viel zu niedrig war. Dafür reicht eine Notiz im Handy, eine kleine Tabelle oder eine Budget-App wie Monee. Es geht nicht um perfekte Buchhaltung, sondern darum, endlich zu sehen, wohin das Geld tatsächlich geht.

Wann der Waschsalon trotzdem sinnvoller sein kann

Eine Waschmaschine lohnt sich nicht automatisch. Wer bald umzieht, sehr selten wäscht oder keinen sicheren Stellplatz hat, fährt mit dem Waschsalon möglicherweise besser. Auch eine kostenlose Maschine im Wohnheim verändert die Rechnung natürlich komplett.

Für eine WG kann der Kauf dagegen besonders interessant sein, wenn alle die Anschaffungskosten teilen. Dann sollte nur vorher klar sein, wem die Maschine gehört und was bei einem Auszug passiert. Dieses Gespräch ist etwas unromantisch, spart später aber Stress.

Mein Ergebnis war überraschend unspektakulär: Eine eigene Maschine kann sich relativ schnell rechnen, aber nur, wenn Platz, Nutzungsdauer und Waschhäufigkeit passen. Der kleine Test hat mir keine perfekte Antwort gegeben – dafür eine, die zu meinem Alltag und meinem Budget passt. Und genau das war gut genug.

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