One‑Screen‑Summary (damit es sich kleiner anfühlt)
Für wen: Für dich, wenn du gerade organisieren musst (oder vorsorgen willst) und Angst hast, etwas zu übersehen oder „zu viel“ zu entscheiden.
Welche Entscheidung: Wie setze ich ein realistisches Budget aus Pflichtteilen + Wunschteilen zusammen?
So nutzt du es: Geh erst den Flowchart durch (5 Minuten), dann füll die druckbare Checkliste aus, während du mindestens drei Angebote vergleichst.
„Wollen Sie … bereits vorab eine Vereinbarung … treffen, fragen Sie nicht nur bei einem Bestatter nach, sondern bei mehreren!“ (Verbraucherzentrale)
Quelle: https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/geld-versicherungen/weitere-versicherungen/sterbegeldversicherungen-rechnen-sich-oft-nicht-24283
Warum Budget hier wirklich hilft (mit zwei Fakten, die den Druck rausnehmen)
- In Deutschland gab es 1.020.907 Sterbefälle im Jahr 2023 – du bist mit dieser Aufgabe nicht allein, und es gibt etablierte Abläufe. Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis) https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2024/01/PD24_011_126.html
- Die Entscheidung „Erd- oder Feuerbestattung?“ ist nicht exotisch, sondern typisch: Laut einer Umfrage der RAL‑Gütegemeinschaft wurden 2021 rund 77 % der Verstorbenen eingeäschert. Quelle: Aeternitas (mit Verweis auf RAL‑Umfrage) https://www.aeternitas.de/verein/alle-news/news-details/umfrage-anteil-der-feuerbestattungen-weiter-leicht-gestiegen
- Beim Thema Kosten sind viele vorsichtig: In einer Forsa‑Umfrage (2024) haben sich in der Gruppe 60+ rund 78 % bereits mit Bestattungskosten beschäftigt. Quelle: Bundesverband Deutscher Bestatter / bestatter.de https://www.bestatter.de/presse/verbraucherumfrage/
Der 5‑Minuten‑Flowchart: Welche Budget‑Variante passt zu dir?
Start: Willst du vor allem Stress reduzieren oder Gestaltungsspielraum?
- Wenn Stress minimieren → wähle „Basis + 1 Wunsch“
- Basis: nur Pflichtblöcke (siehe Checkliste)
- 1 Wunsch: z. B. Musik oder Blumenschmuck oder besondere Grabform
→ Ergebnis: wenige Entscheidungen, klare Vergleichbarkeit
- Wenn Gestaltung wichtig → wähle „Basis + Prioritätenliste“
- Basis bleibt fix
- Prioritätenliste: ordne 5 Wunschpunkte in A (wichtig) / B (nice) / C (nur wenn problemlos)
→ Ergebnis: du kannst Angebote vergleichen, ohne dich zu verzetteln
- Wenn das Budget unklar ist → wähle „Drei‑Angebote‑Regel“
- Hole 3 schriftliche Leistungsbeschreibungen ein
- Streiche zuerst Posten, die du später noch ergänzen kannst (Deko, Anzeigen, Extras)
→ Ergebnis: du kaufst keine Unsicherheit mit
Kostenblöcke verstehen: Was ist Pflicht, was ist Wahl?
Denk in Blöcken statt Einzelpreisen. Das macht Vergleiche fair.
1) Pflicht‑Block A: Bestatter‑Kernleistung
Typisch enthalten: Abholung/Überführung, hygienische Versorgung, Organisation/Formalitäten, Terminabstimmung, ggf. einfache Ausstattung.
Budget‑Logik: Das ist dein „Grundgerüst“ – hier lohnt sich die sauberste Leistungsbeschreibung.
2) Pflicht‑Block B: Ort/Beisetzung (Friedhof & Regeln)
Hier fallen Dinge an, die nicht vom Bestatter „gemacht“, sondern vermittelt/gebucht werden (Friedhof, Beisetzung, Ruhezeiten etc.).
Wichtig: Fristen sind Landesrecht. Beispiel Sachsen: Erdbestattung innerhalb von 5 Tagen, Feuerbestattung innerhalb von 7 Tagen nach Todeseintritt (Regelfall). Quelle: Sächsisches Bestattungsgesetz §19 https://www.revosax.sachsen.de/vorschrift/4526.6
3) Wahl‑Block C: Trauerfeier (Rahmen & Atmosphäre)
Redner:in, Musik, Trauerhalle, Ablauf, Drucksachen.
Budget‑Logik: Gut skalierbar. Du kannst „klein“ würdevoll machen, ohne alles zu streichen.
4) Wahl‑Block D: Grab/Markierung & Pflege (langfristig)
Grabart, Gestaltung, spätere Pflege.
Budget‑Logik: Das ist oft der Block mit der größten Spannweite – und mit Entscheidungen, die sich über Jahre auswirken (Pflegeaufwand, Verpflichtungen, Angehörige vor Ort).
Druckbare Entscheidungshilfe (eine Seite)
Kosten‑Checkliste + Angebotsvergleich (zum Ausdrucken)
| Block | Muss? (Ja/Nein) | Fix oder variabel? | Einmalig oder laufend? | Im Angebot A/B/C enthalten? | Notizen (Wünsche/No‑Gos) |
|---|---|---|---|---|---|
| A: Bestatter‑Kernleistung | |||||
| B: Beisetzung/Ort (Friedhof etc.) | |||||
| C: Trauerfeier (Redner:in/Musik/Halle) | |||||
| D: Grab/Markierung/Pflege | |||||
| Formalitäten (Urkunden, Meldungen) | |||||
| Transport (Entfernung/Sonderwünsche) | |||||
| Blumen/Deko | |||||
| Anzeigen/Drucksachen | |||||
| Zusammenkommen danach (Kaffee etc.) |
Mini‑Regel daneben (handschriftlich):
- Fix zuerst: A + B klären, dann C, dann D.
- Nur ein „Herzens‑Extra“ fest zusagen, alles andere als Option markieren.
- Leistungsbeschreibung schlägt Bauchgefühl: „Was ist genau enthalten?“ ist keine Unhöflichkeit.
Häufige Stolpersteine beim Budget (und wie du sie vermeidest)
- „Paket“ ohne Details: Bestehe auf einer Liste der enthaltenen Leistungen (damit A/B/C nicht doppelt drin sind).
- Verwechslung von Pflicht vs. Wunsch: Erst Pflichten sichern, dann Wünsche priorisieren.
- Langfrist vergessen: Pflege/Verpflichtungen sind nicht „Deko“, sondern Planung für die Zukunft.
- Zeitdruck unterschätzen: Fristen können eng sein (je nach Bundesland) – das ist ein Grund mehr, mit Blöcken zu arbeiten und nicht alles einzeln zu verhandeln. (Beispiel Sachsen: https://www.revosax.sachsen.de/vorschrift/4526.6)
Quick recap (zum Abhaken)
- Ich wähle eine Budget‑Variante: „Basis + 1 Wunsch“ / „Basis + Prioritätenliste“ / „Drei‑Angebote‑Regel“.
- Ich trenne Pflichtblöcke (A, B) von Wahlblöcken (C, D).
- Ich vergleiche mindestens drei Angebote – mit Leistungsbeschreibung, nicht nur „Gesamt“. (Verbraucherzentrale: https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/geld-versicherungen/weitere-versicherungen/sterbegeldversicherungen-rechnen-sich-oft-nicht-24283)
- Ich prüfe Fristen im Bundesland (z. B. Sachsen: https://www.revosax.sachsen.de/vorschrift/4526.6).
- Ich drucke die Checkliste aus und markiere: Muss / Option / später entscheidbar.

