Wie du Geld ins Ausland sendest, ohne zu viel Gebühren zu zahlen

Author Lina

Lina

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Was du wirklich bezahlst (und warum „0 € Gebühr“ nicht reicht)

Wenn du Geld ins Ausland schickst, bestehen die Kosten fast nie nur aus „Gebühr X“. In der Praxis sind es meistens drei Bausteine:

  1. Fixe oder prozentuale Sender-Gebühr (das, was dir direkt angezeigt wird).
  2. Wechselkurs-Aufschlag (oft der größte, weil er im Kurs „versteckt“ ist).
  3. Mögliche Empfänger-/Zwischenbank-Gebühren (vor allem bei klassischen Auslandsüberweisungen außerhalb SEPA/SWIFT-Ketten).

Ein guter Reality-Check ist nicht: „Wie viel kostet es mich?“ – sondern: „Wie viel kommt wirklich an – und in welcher Währung?“. Genau dazu gleich eine Vorlage.

Warum Auslandszahlungen schnell teuer werden

1) Banken sind nicht automatisch die günstigste Option.
Die Weltbank berichtet für Q4 2022: Banken waren im Durchschnitt der teuerste Kanal, mit 11,8 % Kosten beim Senden von 200 US‑Dollar. (worldbank.org)

2) „Durchschnittlich“ ist schon spürbar – und „schlecht“ ist richtig teuer.
Im Q4 2023 lag der globale Durchschnitt für das Senden von 200 US‑Dollar bei 6,4 %. (blogs.worldbank.org)
Und wenn du Pech hast, kann es deutlich höher werden: Die Verbraucherzentrale schreibt, dass – je nach Anbieter und Situation – Gesamtgebühren bis zu 15 % des Überweisungsbetrags erreichen können. (verbraucherzentrale.de)

3) Gebühren-Aufteilung (OUR/SHA/BEN) entscheidet, ob beim Empfänger weniger ankommt.
Bei klassischen Auslandsüberweisungen kannst du oft wählen, wer welche Gebühren trägt: SHA (geteilt), OUR (du zahlst alles), BEN (Empfänger zahlt alles). (vr.de)
Das ist nicht „Kleingedrucktes“, sondern kann am Ende über „kommt vollständig an“ vs. „kommt gekürzt an“ entscheiden.

4) Innerhalb der EU gibt’s einen wichtigen Preis-Hebel.
Für grenzüberschreitende Zahlungen in Euro gilt in der EU grundsätzlich: Die Entgelte sollen so hoch sein wie für entsprechende Inlandszahlungen (Gleichpreis-Regel). (eur-lex.europa.eu)
Das hilft vor allem, wenn du in Europa an ein Euro-Konto überweist (und nicht nebenbei eine teure Währungsumrechnung auslöst).

Wie du günstiger überweist (ohne Finanz-Akrobatik)

  • Erst klären: SEPA oder „klassische“ Auslandsüberweisung? SEPA in Euro ist oft einfacher kalkulierbar; außerhalb davon wird es schneller unübersichtlich. (eur-lex.europa.eu)
  • Immer den Wechselkurs mitdenken. Ein Anbieter kann „billig“ aussehen, weil die Gebühr niedrig ist – und trotzdem teuer sein, wenn der Kurs schlechter ist.
  • Vor dem Senden die Kosten sichtbar machen. Dafür gibt es in der EU auch Transparenzregeln (z. B. zur Darstellung von Umrechnungsaufschlägen als Mark-up). (eur-lex.europa.eu)
  • Wenn du dein Girokonto nutzt: Entgeltaufstellung/Entgeltinformation raussuchen. Das ist genau dafür da, Angebote vergleichbarer zu machen. (bafin.de)

„Remittances have become a financial lifeline in many economies through the pandemic…“ (worldbank.org)
Für mich ist das ein guter Reminder: Es geht nicht um „perfekt“, sondern darum, unnötige Abzüge zu vermeiden.

Mini-Experimente (klein, machbar, ohne Druck)

  1. Der 3‑Tab‑Vergleich: Öffne drei Optionen (deine Bank + 2 Transferdienste) und vergleiche nur „Ankommt-Betrag“ und „Dauer“. Nicht die Werbeversprechen.
  2. Währungs-Switch testen: Prüfe einmal „in EUR senden“ vs. „in Landeswährung senden“ (wenn möglich) und notiere, wo der bessere Ankommt-Betrag steht.
  3. Gebühren-Regel bewusst wählen: Wenn du willst, dass exakt Betrag X ankommt (z. B. Miete/Uni-Gebühr), teste, ob OUR möglich ist – und wie teuer das wirklich wird. (vr.de)
  4. Mini-Testüberweisung (wenn es passt): Ein kleiner Betrag als Probe kann dir zeigen, ob beim Empfänger Abzüge auftauchen (vor allem bei nicht‑SEPA).

Vorlage: 1‑Minuten‑Preischeck vor dem Senden (Copy‑Paste)

Kopier dir das in Notizen:

  • Ziel-Land + Währung:
  • Empfänger bekommt (Währung + Betrag):
  • Option A (Bank): Gebühr ___ / Wechselkurs ___ / Empfängerabzug möglich? ___ / Dauer ___
  • Option B (Dienst): Gebühr ___ / Wechselkurs ___ / Empfängerabzug möglich? ___ / Dauer ___
  • Option C (Alternative): Gebühr ___ / Wechselkurs ___ / Empfängerabzug möglich? ___ / Dauer ___
  • Gebührenregel (falls auswählbar): OUR / SHA / BEN
  • Entscheidung (warum): „Ich nehme ___, weil am Ende ___ ankommt und es ___ dauert.“

Try this in 10 minutes

  • Such dir eine konkrete Überweisung raus, die du bald machen willst (oder eine wiederkehrende).
  • Füll die Vorlage oben nur für zwei Optionen aus (Bank + eine Alternative).
  • Entscheide nach „Ankommt-Betrag“, nicht nach „Gebühr“-Label.
  • Screenshot/Notiz speichern: Das ist dein Mini-Archiv für später.

Beispiel (ohne Rechnen-Müssen)

Du willst eine feste Summe schicken, damit beim Empfänger wirklich genug ankommt. Dann ist dein Hauptproblem nicht „Wie billig ist der Klick?“, sondern „Wird unterwegs etwas abgezogen?“ Genau hier machen OUR/SHA/BEN und der Wechselkurs den Unterschied. (vr.de)

Wenn du dir nur eine Gewohnheit mitnimmst: Immer den Ankommt-Betrag notieren. Das ist der ruhigste Weg, Gebühren ohne Stress zu drücken.

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