Wie ihr Kautionen und einmalige Einrichtungskosten budgetiert

Author Maya & Tom

Maya & Tom

Veröffentlicht am

Pick your model

Modell A: „Gemeinsamer Start, getrennte Extras“
Passt, wenn ihr beide einziehen wollt wie in ein gemeinsames Projekt – aber trotzdem persönliche Wünsche behalten möchtet.

Modell B: „Prozentfair nach Einkommen“
Passt, wenn eure Nettoeinkommen unterschiedlich sind und ihr vermeiden wollt, dass eine Person sich dauerhaft enger schnallen muss.

Modell C: „Eine Person zahlt vor, beide gleichen aus“
Passt, wenn eine Person gerade mehr Liquidität hat (oder besser organisiert ist) und ihr trotzdem fair bleiben wollt – ohne Kleinkram-Tracking.

Modell D: „Deckel + Mindestbeitrag“
Passt, wenn ihr euch vor Überforderung schützen wollt: Beide geben etwas, aber niemand über seine Grenze hinaus.

Wichtig als Hausregel: Ihr entscheidet das in einem Gespräch und fasst es schriftlich als Regeln zusammen. Neu verhandelt wird nur, wenn sich etwas Relevantes ändert (z. B. Einkommen, Wohnsituation, Verpflichtungen).


Was zählt hier eigentlich als „Kaution & einmalige Einrichtungskosten“?

Damit ihr nicht über Wörter streitet, definiert ihr die Kategorien vorher. Wir trennen so:

Gemeinsame Essentials (teilen):

  • Kaution/Genossenschaftsanteile
  • Makler/Umzugsnahe Gebühren (wenn es sie gibt)
  • Anschluss- und Setup-Kosten (Internet, Strom-Anmeldung, ggf. Router/Adapter)
  • Grundausstattung, die ihr beide nutzt: Bett/Lattenrost, Vorhänge/Rollos, Esstisch, Staubsauger, grundlegende Küchenbasics

Persönliche Treats (jede:r selbst):

  • Design-Upgrades, die nicht nötig sind (Sofa „weil schön“, teure Leuchte, Spezialkaffeemaschine)
  • Hobbyausstattung, Sammlungen, Gaming-Setup
  • „Ich will’s unbedingt so“-Entscheidungen, die die andere Person nicht nutzt

Grenzfälle (vorher klären):

  • Möbel, die eine Person unbedingt will, aber beide nutzen würden
  • Dinge, die später mitgenommen werden (Eigentumsfrage)

Hausregel dazu: Wenn es ein „Must-have“ für den Haushalt ist → gemeinsam. Wenn es ein „Nice-to-have“ mit starkem persönlichem Geschmack ist → persönlich. Bei Grenzfällen entscheidet ihr vor dem Kauf, nicht danach.


Die einfachste Struktur: zwei Töpfe, klare Rollen

Ihr braucht keine komplizierte App-Architektur. Zwei klare Töpfe reichen:

  1. Essentials-Topf (gemeinsam): für Kaution & Setup + laufende Basics (Miete, Nebenkosten, Standard-Lebensmittel).
  2. Treats-Topf (privat): jede:r bezahlt eigene Extras selbst.

Rollen (damit es reibungslos läuft):

  • „Planer:in“ erstellt die Liste der einmaligen Posten (nur Essentials).
  • „Checker:in“ prüft: Ist das wirklich Essential oder Treat?
  • „Zahler:in“ wickelt Zahlungen ab (kann dieselbe Person sein).
  • „Dokumentierer:in“ hält die Regeln in einem kurzen Text fest.

Hausregel: Rolle ≠ Macht. Rollen sind nur Arbeitsteilung, keine Kontrolle.


Copy‑paste Regeln: Kaution & Setup ohne Stress

Regel 1: So teilt ihr Kaution & Einrichtungskosten (3 Optionen)

Option 1: 50/50 für Essentials
Copy‑paste:

„Alles, was wir als Essential definieren (Kaution, Anschlüsse, Grundausstattung), zahlen wir 50/50. Persönliche Wünsche zahlt die Person selbst.“

Option 2: Anteil nach Nettoeinkommen (z. B. 60/40)
Copy‑paste:

„Unsere Essentials teilen wir proportional nach Nettoeinkommen. Wir rechnen einmal die Quote aus (z. B. 60/40) und nutzen sie für Kaution & Setup. Treats sind privat.“

Option 3: Deckelregel (Schutz vor Überlastung)
Copy‑paste:

„Jede Person zahlt für Essentials höchstens bis zu einem festen Prozentsatz vom monatlichen Take‑home. Alles darüber wird in Etappen aus dem Essentials‑Topf angespart oder von der anderen Person vorfinanziert und später ausgeglichen.“

Hinweis: Ihr müsst keine perfekte Quote finden. Ihr braucht eine tragfähige.


Regel 2: Vorfinanzieren ohne Groll (wenn eine Person zuerst zahlt)

Copy‑paste:

„Wenn eine Person Essentials vorstreckt, wird es als gemeinsamer Aufwand behandelt. Ausgleich erfolgt über den Essentials‑Topf, bis die vereinbarte Quote wieder stimmt. Keine Diskussion pro Beleg.“

Das nimmt Druck raus: Vorfinanzieren ist dann kein Geschenk und auch kein Druckmittel.


Regel 3: Eigentum klarziehen (für Dinge, die mitgenommen werden können)

Copy‑paste:

„Was aus dem Essentials‑Topf bezahlt wird, gehört uns beiden. Was privat bezahlt wird, gehört der zahlenden Person. Bei Mischfällen legen wir vor dem Kauf fest, ob es gemeinsames Eigentum ist oder ob eine Person es übernimmt.“

Damit verhindert ihr das Klassiker-Thema: „Aber ich hab doch den Tisch bezahlt …“


Budget-Regeln, die ohne EUR funktionieren

Einmalige Kosten fühlen sich oft „groß“ an, weil sie plötzlich kommen. Mit Verhältnis-Regeln bleibt es handhabbar:

Regel: Erst die Pflicht, dann der Geschmack.
Copy‑paste:

„Wir priorisieren bei Setup-Käufen: 1) funktional, 2) sicher, 3) bequem, 4) schön. Schön kommt nur, wenn die Essentials-Quote eingehalten ist.“

Regel: Startpaket statt Wunschliste.
Copy‑paste:

„Wir kaufen zuerst ein minimales Startpaket (Essentials). Upgrades werden als Treats behandelt oder später gemeinsam beschlossen.“

Regel: Upgrade nur mit Gegenvorschlag.
Copy‑paste:

„Wenn jemand ein Upgrade will, bringt er/sie eine günstigere Alternative oder eine private Zahlung als Option mit.“

Diese Regel hält die Stimmung team-orientiert: nicht „nein“, sondern „wie“.


Reisefonds‑Logik für Einrichtung: funktioniert auch für Setup

Viele Paare kennen das vom Urlaub: ein gemeinsamer Topf, klare Regeln. Genauso könnt ihr Setup behandeln.

Copy‑paste:

„Wir haben einen gemeinsamen Setup‑Topf. Alle Essentials werden daraus bezahlt. Wir füllen ihn nach unserer Quote auf, bis die einmaligen Kosten erledigt sind. Treats laufen separat.“

Der Vorteil: Ihr diskutiert nicht ständig. Ihr habt ein System.


Kurze Gesprächs-Prompts (damit ihr schnell zu einer Lösung kommt)

  • „Was muss am ersten Abend funktionieren, damit wir uns zu Hause fühlen?“
  • „Welche drei Dinge sind für dich Essentials – und welche drei sind definitiv Treats?“
  • „Wo wäre es unfair, wenn wir 50/50 machen?“
  • „Welche Grenze schützt dich vor Stress: eine Quote, ein Deckel oder Etappen?“
  • „Wie wollen wir Vorfinanzieren behandeln, ohne dass es sich wie Schuld anfühlt?“

Haltet die Antworten knapp und schreibt danach die Regeln auf.


Fairness-Optionen (2–3 Varianten, je nach Situation)

1) Gleich fair (50/50), wenn ihr ähnlich verdient und ähnlich sparen könnt
Einfach, schnell, wenig Rechenarbeit.

2) Prozentfair (60/40 o. ä.), wenn Einkommen spürbar unterschiedlich sind
Gleiche Belastung statt gleicher Zahl.

3) Schutzfair (Deckel + Etappen), wenn eine Person kaum Puffer hat
Verhindert Überforderung und Streit aus Stress.

Hausregel dazu: Fair heißt nicht „identisch“. Fair heißt „für beide tragbar“.


Typische Reibungspunkte – und die passende Hausregel

„Ich will es schöner, du willst es günstiger.“
Hausregel: Schön = Treat, außer beide sagen ja.

„Ich hab schon so viel übernommen.“
Hausregel: Vorfinanzieren wird über den Essentials‑Topf ausgeglichen, nicht über Gefühle.

„Du kaufst Kleinkram, der sich summiert.“
Hausregel: Kleinkram zählt nur, wenn es Essential ist; sonst Treat. Keine Belegpolizei, nur Kategorien.

„Wir verlieren den Überblick.“
Hausregel: Eine Liste mit Essentials‑Posten, fertig. Keine Detailauswertung, nur Status: offen/erledigt.


If this feels hard, start here

Copy‑paste Fallback‑Regel:

„Wir teilen Kaution & alle klaren Essentials proportional nach Nettoeinkommen (z. B. 60/40). Alles, was Geschmack ist, zahlt die Person privat. Wenn etwas unklar ist, gilt es automatisch als Treat, bis wir gemeinsam ‚Essential‘ sagen.“

Entdecke Monee - Haushaltsbuch

Demnächst bei Google Play
Im App Store laden