Wie viel für einen Kindergeburtstag ausgeben?

Author Elena

Elena

Veröffentlicht am

Du willst deinem Kind einen tollen Geburtstag machen – und plötzlich fühlst du dich, als müsstest du dafür ein Event-Budget wie für eine Hochzeit freigeben. Ich verspreche dir: Du kannst eine richtig schöne Party machen, ohne dich danach beim Kontoauszug zu erschrecken.

Die schnelle Version (wenn du gerade am Spielplatz stehst)

  • Guter Richtwert: 10–20 € pro Kind (inkl. Essen, Deko, Mitgebsel) – je nach Stadt, Alter, Anspruch.
  • Zuhause-Party: oft 80–180 € für 6–8 Kinder.
  • Location/Programm (Indoor-Spielplatz, Museum, Kino): schnell 180–350 € für 6–10 Kinder.
  • Wichtigster Hebel: Gästeliste + Essen/Trinken. Deko ist selten der Gamechanger.

(Annahmen: Familie mit Schul-/Kita-Kind in einer deutschen Stadt, 6–10 Kinder, 2–3 Stunden Party.)

Warum “Wie viel ist normal?” die falsche Frage ist

“Normal” hängt davon ab, was euch im Alltag wirklich entspannt. Wenn der Geburtstag heißt: zwei Wochen Nudeln mit Pesto, weil der Freizeitpark eskaliert ist – dann war’s für euch nicht passend. Das Ziel ist nicht der perfekte Geburtstag, sondern ein Geburtstag, der euch als Familie nicht stresst.

Ich rechne lieber so: Was kann ich ausgeben, ohne dass es mich nächste Woche nervt? Und dann baue ich die Party um diese Zahl herum.

Schritt-für-Schritt: So findest du dein Budget (ohne Ratespiel)

1) Setz einen “Wohlfühlbetrag” (und einen Deckel)

Nimm eine Zahl, die sich realistisch anfühlt, z. B. 120 €, 180 € oder 250 €. Dann setz einen harten Deckel: “Mehr wird’s nicht.”

Praktischer Trick: Ich plane mit 10% Puffer (weil irgendwer immer noch Apfelsaft will). Wenn der Deckel 180 € ist, plane ich 160 € + 20 € Puffer.

2) Entscheide: Zuhause, draußen oder Location?

  • Zuhause: günstig, aber mehr Orga und Chaos (ja, Krümel in der Sofa-Ritze).
  • Draußen (Park, Spielplatz, Schatzsuche): günstig, wetterabhängig.
  • Location: bequem, aber teuer und oft mit Zusatzkosten (Sockenpflicht, Essen nur vor Ort, extra Spielzeit).

Wenn du beruflich/mental am Limit bist: Location kann trotzdem sinnvoll sein. Manchmal kaufst du dir damit Ruhe – und das ist nicht “schlecht”, das ist Lebensrealität.

3) Gästeliste: Der Budget-Hebel, den niemand mag

Es klingt unromantisch, aber: jedes zusätzliche Kind kostet. Selbst zuhause: mehr Snacks, mehr Saft, mehr Mitgebsel, mehr Chaos.

Realistische Faustformeln:

  • Kita (4–6 Jahre): 4–6 Kinder reichen oft völlig.
  • Grundschule: 6–10 Kinder (oder “so viele wie das Alter”: 7 Jahre = 7 Kinder).

4) Teile dein Budget in 4 Töpfe

Ich nutze diese Aufteilung (und verschiebe je nach Art der Party):

  1. Essen/Trinken (35–45%)
  2. Programm/Action (30–50%)
  3. Deko (5–10%)
  4. Mitgebsel (0–10%)

Wenn dein Budget klein ist, streich zuerst Mitgebsel und “Deko-Overkill”. Kinder erinnern sich an Spiele + Aufmerksamkeit, nicht an die Ballongirlande in Beige.

Konkrete Kostenbeispiele (realistisch, nicht Pinterest)

Beispiel A: Zuhause, 8 Kinder, 3 Stunden (ca. 130–170 €)

  • Snacks (Obst, Salzstangen, Brezeln): 15–25 €
  • Abendessen (Pizza selbst/liefer): 35–60 €
  • Kuchen/Muffins: 10–25 €
  • Getränke: 10–20 €
  • Kleine Deko + Teller/Servietten: 10–20 €
  • Spiel/Material (Schatzsuche, Bastelzeug): 10–25 €
  • Mitgebsel (optional, klein): 0–20 €

Beispiel B: Indoor-Location, 8 Kinder (ca. 220–320 €)

  • Eintritt/Partypaket: 120–200 €
  • Essen/Getränke vor Ort: 50–90 €
  • Torte/Extras: 20–40 €
  • Mitgebsel/Goodie-Bags: 0–30 €

Hier eskaliert es oft, weil man “nur noch schnell” Upgrades nimmt. Deshalb: vorher entscheiden, was drin ist – und was nicht.

Was bei uns nicht funktioniert hat (und warum)

  • Riesen-Mitgebsel-Tüten: teuer, landet zuhause im Müll oder unterm Bett. Seitdem: entweder gar nichts oder 1 Sache, die wirklich genutzt wird (z. B. Springseil, Straßenmalkreide im Sommer).
  • Zu viele Programmpunkte: ich dachte, ich muss durchmoderieren. Ergebnis: gestresste Eltern, überdrehte Kinder. Besser: 2 Highlights, der Rest freies Spiel.
  • “Ich backe alles selbst” mit Zeitdruck: spart manchmal Geld, kostet aber Nerven. Wenn die Woche voll ist: Blechkuchen oder gekauft + Obst. Es ist okay.

Copy-Paste-Skripte für die awkward Gespräche

Mit Kind (Wunschliste vs. Budget):
„Wir haben für deinen Geburtstag __ €. Davon brauchen wir Essen und eine Aktion. Du darfst wählen: Location oder mehr Freunde – beides zusammen geht dieses Jahr nicht.“

Mit anderen Eltern (Geschenk-Erwartungen):
„Bitte wirklich nichts Großes – eine Karte oder was Kleines reicht völlig. Uns ist wichtiger, dass die Kinder zusammen Spaß haben.“

Wenn jemand über “zu wenig” lästert (innerlich/äußerlich):
„Wir machen es dieses Jahr bewusst einfach. Das passt gerade zu unserem Alltag – und die Kinder haben trotzdem eine schöne Zeit.“

Mini-Aha: Gemeinsames Ausgeben sichtbar machen

Der Stress kommt oft nicht von 20 € mehr, sondern von diesem Gefühl: “Wo ist das Geld schon wieder hin?” Wenn beide Elternteile Ausgaben nebenbei machen (Deko hier, Snacks dort), wird’s schnell unübersichtlich. Ein gemeinsamer Überblick (z. B. in einer Haushalts-Tracking-App wie Monee) hilft, weil du sofort siehst, ob ihr noch im Rahmen seid – und es gibt weniger „Hast du das schon bezahlt?“.

Checkliste zum Screenshotten

  • Budget festlegen: Zielbetrag + 10% Puffer
  • Party-Art wählen: Zuhause / draußen / Location
  • Gästeliste begrenzen (Faustregel: Alter = Kinderzahl)
  • 2 Highlights planen (nicht 12)
  • Essen simpel halten (Blechkuchen, Pizza, Obst)
  • Deko minimal (5–10% vom Budget)
  • Mitgebsel: weglassen oder 1 nützliches Teil
  • Extras vorher entscheiden (keine spontanen Upgrades)
  • Ausgaben laufend notieren, damit’s nicht eskaliert

Entdecke Monee - Haushaltsbuch

Demnächst bei Google Play
Im App Store laden