Du brauchst keine perfekte Zahl. Du brauchst eine Puffer-Regel, die deinen Alltag ruhig macht: Rechnungen gehen durch, du musst nicht ständig umschichten, und du gerätst nicht aus Versehen in den Dispo.
Die einfache Puffer-Regel (in 60 Sekunden)
Stell dir dein Girokonto wie eine Startbahn vor: Es muss lang genug sein, damit alles sicher abhebt – auch wenn mal Gegenwind kommt.
Puffer = Fixkosten + variable Ausgaben + Sicherheitsrand
-
Fixkosten (1 Monat)
Miete, Strom, Versicherungen, Handy, Abos, Kreditraten – alles, was zuverlässig abgeht. -
Variable Ausgaben (2 Wochen bis 1 Monat)
Lebensmittel, Tanken/ÖPNV, Drogerie, kleine Alltagskäufe. Wenn du schwankst, nimm eher 1 Monat. -
Sicherheitsrand (10–20%)
Nicht als „Notgroschen“, sondern als Fehlerpuffer: verspätete Erstattung, doppelte Abbuchung, vergessene Jahreszahlung.
Kurzform:
- Stabiler Alltag: 1 Monat Fixkosten + 2 Wochen Variabel + 10%
- Viele Schwankungen (unregelmäßiges Einkommen, hohe variable Kosten): 1 Monat Fixkosten + 1 Monat Variabel + 20%
Wichtig: Der große Notgroschen liegt nicht auf dem Girokonto, sondern getrennt (damit du ihn nicht aus Versehen ausgibst). Auf dem Girokonto liegt der Betriebsbestand.
So findest du deine Zahlen ohne Stress
Du musst nicht alles kategorisieren. Es reicht:
- Fixkosten: Schau in deine Kontoauszüge der letzten 30–60 Tage und notiere die wiederkehrenden Abbuchungen.
- Variable Ausgaben: Nimm den Durchschnitt der letzten 4 Wochen (oder die letzten 2–3 Monate, wenn es sehr schwankt).
- Sicherheitsrand: Setze [percentage] an (z. B. 10–20%) auf die Summe.
Dann stellst du dir nur eine Frage:
„Wie oft hatte ich in den letzten 3 Monaten das Gefühl: Jetzt wird’s knapp?“
Wenn es öfter vorkam, ist dein Puffer zu klein – nicht du „schlecht“.
Ein-Screen Call Map (für Bank/Anbieter)
Open → Ask → Pause → Counter → Confirm Email → Goodbye
- Open: ruhig, klarer Anlass
- Ask: konkrete Bitte (z. B. Gebühren, Dispo, Limits, Kontomodell)
- Pause: Stille aushalten
- Counter: Alternative vorschlagen
- Confirm Email: schriftliche Bestätigung anfordern
- Goodbye: freundlich abschließen
Mini-Play: Girokonto-Puffer ohne Dispo (Caller vs. Agent)
Caller: „Guten Tag. Ich möchte mein Konto so einstellen, dass ich nicht in den Dispo rutsche. Können wir das Kontomodell und die Limits kurz prüfen?“
Agent: „Worum geht es genau?“
Caller: „Ich brauche einen klaren Puffer und passende Einstellungen: Dispo-Limit, Benachrichtigungen bei niedrigem Kontostand und gegebenenfalls ein anderes Kontomodell.“
Wenn Pushback → Linie B
Agent: „Das ist so üblich, da müssen Sie einfach besser aufpassen.“
Caller (B): „Ich verstehe. Mir geht es um eine sichere Standard-Einstellung. Bitte stellen Sie das so ein, dass Überziehungen vermieden werden, und sagen Sie mir, welche Optionen Sie mir anbieten können.“
Wenn Counteroffer → Linie C
Agent: „Wir können den Dispo lassen, aber das Limit erhöhen.“
Caller (C): „Danke. Ich möchte eher das Risiko senken: Limit reduzieren oder Dispo deaktivieren und zusätzlich eine Warnung bei [amount] Kontostand. Können wir das so umsetzen?“
Caller: „Bitte schicken Sie mir die Änderungen und Bedingungen kurz per E-Mail zur Bestätigung.“
Agent: „Mache ich.“
Caller: „Danke, dann warte ich auf die E-Mail. Auf Wiederhören.“
Mini-Play: Kontogebühren verhandeln, wenn dein Puffer unter Druck gerät
Manchmal ist der Puffer nicht das Problem – sondern Gebühren oder ein Kontomodell, das nicht zu deinem Alltag passt.
Subject Line / Chat-Opener (kopierbar):
- „Bitte um Prüfung: Kontomodell, Gebühren und Alternativen“
- „Konto-Optionen: Gebührenerlass oder Downgrade prüfen“
Caller: „Ich möchte die laufenden Gebühren prüfen. Welche günstigeren Kontomodelle gibt es, und können Sie die Gebühr ab [date] erlassen oder reduzieren?“
Agent: „Das ist unser Standardpreis.“
Caller: „Verstanden. Ich entscheide nach Optionen. Bitte nennen Sie mir das günstigste passende Modell und ob ein Gebührenerlass möglich ist.“
Wenn Pushback → Linie B
Agent: „Da kann ich nichts machen.“
Caller (B): „Danke. Dann bitte ich um Weiterleitung an eine Stelle, die Konditionen prüfen darf. Ich möchte das heute klären und anschließend schriftlich bestätigt bekommen.“
Wenn Counteroffer → Linie C
Agent: „Ich kann Ihnen ein Paket mit Zusatzleistungen anbieten.“
Caller (C): „Danke, ich brauche weniger, nicht mehr. Bitte prüfen Sie: Plan downgraded oder fee waived, und senden Sie mir die Bedingungen.“
Printable Script (zum Ausfüllen)
Ziel: Girokonto-Puffer stabil + Kosten/Limits passend
Meine Puffer-Regel:
- Fixkosten (1 Monat): [amount]
- Variable Ausgaben (2 Wochen/1 Monat): [amount]
- Sicherheitsrand [percentage]: [amount]
- Ziel-Kontostand (Puffer): [amount]
Anruf-/Chat-Skript:
„Guten Tag. Ich möchte mein Konto so einstellen, dass Überziehungen vermieden werden und die Gebühren passen. Bitte prüfen Sie:
- Dispo-Limit auf [amount] oder deaktivieren,
- Warnung bei [amount] Kontostand,
- alternatives Kontomodell: plan downgraded oder fee waived ab [date].
Bitte senden Sie mir die Änderungen und Bedingungen schriftlich per E-Mail.“
Was, wenn sie „Nein“ sagen?
- Alternative 1 (klarer nächster Schritt): „Dann bitte ich um eine schriftliche Begründung und um Eskalation an eine Stelle, die Ausnahmen prüfen darf.“
- Alternative 2 (Optionen erzwingen, ohne zu kämpfen): „Welche zwei Alternativen habe ich konkret: Modellwechsel oder Konditionsprüfung? Bitte nennen Sie mir beides.“
- Alternative 3 (Zeitpunkt nutzen): „Okay. Können wir es ab [date] erneut prüfen, wenn ich die Bedingungen erfüllt habe? Bitte notieren Sie das und bestätigen Sie es schriftlich.“
Mit dieser Puffer-Regel und einem kurzen, wiederholbaren Skript wird das Thema Girokonto weniger ein Dauerthema – und mehr ein sauber eingestelltes System.

