Wie viel sollte man für ein Wichtelgeschenk ausgeben?

Author Jules

Jules

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Sie haben einen Zettel aus der Lostrommel gezogen. Darauf steht ein Name, und Ihnen fällt ein, dass Sie mit dieser Kollegin bisher nur über den kaputten Drucker gesprochen haben. Gleich danach kommt die eigentliche Frage: Wie viel gibt man dafür eigentlich aus?

Kurz gesagt: Für ein Wichtelgeschenk sind 10 bis 25 Euro üblich. Im Büro liegt die Grenze oft bei 10 bis 15 Euro, unter Freunden und in der Familie eher bei 20 bis 30 Euro. Beim Schrottwichteln reichen 0 bis 5 Euro. Am wichtigsten ist aber eine andere Regel: Halten Sie sich an die Grenze, die die Gruppe festgelegt hat. Liegen Sie deutlich darüber, bringen Sie die anderen eher in eine unangenehme Lage, als dass Sie sie beeindrucken.

Warum es beim Wichteln einen festen Betrag gibt

Wichteln soll Geschenkestress abbauen. Jeder beschenkt eine Person, und alle geben ungefähr gleich viel aus. Das klappt aber nur, wenn sich alle an die Grenze halten. Bekommt eine Person eine handgemachte Kerze für 8 Euro und die nächste ein Kopfhörer-Set für 60 Euro, fühlen sich am Ende beide nicht gut.

Wichteln gehört für viele zur Adventszeit. In einer Statista-Umfrage unter Erwachsenen in Deutschland nannten 19 Prozent das Wichteln als Teil ihrer Weihnachtszeit (Statista, 2024). Belastbare Erhebungen dazu, wie viel Menschen in Deutschland pro Wichtelgeschenk ausgeben, gibt es kaum. Die Beträge in diesem Artikel sind deshalb übliche Richtwerte und keine Statistik.

Zur Einordnung hilft der Blick auf das gesamte Weihnachtsbudget: Laut einer YouGov-Umfrage im Auftrag des Handelsverbands Deutschland (HDE) planten Verbraucher in Deutschland für Weihnachten 2025 im Schnitt 263 Euro für Geschenke ein, 34 Euro weniger als im Jahr davor. Rund ein Viertel wollte weniger als 100 Euro ausgeben (FashionUnited zur HDE-Umfrage). Bei so einem Gesamtbudget sind 30 oder 40 Euro für eine einzige Wichtelrunde ein ordentlicher Batzen.

Richtwerte: So viel ist je nach Gruppe üblich

Anlass Üblicher Rahmen Warum
Büro / Kollegen 10–15 € Die Leute kennen sich unterschiedlich gut, die Gehälter sind verschieden, und niemand soll sich gedrängt fühlen
Verein, Sportgruppe 10–15 € Viele Teilnehmende, oft eher lockerer Kontakt
Freundeskreis 15–25 € Man kennt sich besser, das Geschenk darf persönlicher sein
Familie 20–30 € Wichteln ersetzt oft mehrere Einzelgeschenke
Schule, Kinder 5–10 € Eltern bezahlen mit, die Kinder sollen vergleichbare Geschenke bekommen
Schrottwichteln 0–5 € Es zählt der Spaß, nicht der Wert

Beim Wichteln in der Schule lohnt sich ein Blick auf ähnliche Fälle. Hilfreich ist dazu der Beitrag, wie viel ein Geschenk für Mitschüler kosten sollte.

Wenn niemand ein Limit festgelegt hat

Das passiert öfter als gedacht. Dann haben Sie zwei Möglichkeiten:

  1. Fragen Sie nach. Eine kurze Nachricht in die Gruppe („Wollen wir uns auf 15 Euro einigen?“) wirkt nicht kleinlich, sondern aufmerksam. Oft sind die anderen sogar froh darüber.
  2. Orientieren Sie sich an der Untergrenze der Tabelle. Wer im Zweifel eher weniger ausgibt, liegt selten daneben. Ein durchdachtes Geschenk für 12 Euro fällt angenehmer auf als ein beliebiges für 35 Euro.

Ein Tipp für alle, die Wichtelrunden organisieren: Nennen Sie einen festen Betrag statt einer Spanne. „Bis 15 Euro“ lässt weniger Raum für Interpretation als „10 bis 20 Euro“. Wer sich bei einer Spanne an die Obergrenze hält, gibt sonst schnell doppelt so viel aus wie jemand, der sich an die Untergrenze hält.

Was zählt in den Betrag hinein?

Hier entstehen die meisten kleinen Missverständnisse. Als Faustregel gilt:

  • Zählt mit: der Kaufpreis des Geschenks, auch ein Teil davon, falls Sie mehrere Kleinigkeiten kombinieren.
  • Zählt meist nicht mit: Geschenkpapier, Karte und Versand.

Gerade die Kleinigkeiten summieren sich aber. Eine Schleife hier, eine Karte für 3,50 Euro da, und schon kostet das 15-Euro-Geschenk eigentlich 20 Euro. Ideen dafür, wie das günstiger geht, finden Sie im Beitrag Geschenkpapier und Grußkarten: So sparen Sie Kosten.

So bleiben Sie unter dem Limit, ohne dass es knauserig wirkt

Ein knappes Budget ist kein Problem. Es ist eher eine Aufgabe für Ihre Kreativität. Ein paar Ansätze:

  • Ein Detail statt vieler Sachen. Wenn Sie wissen, dass die Person morgens nicht ohne Kaffee auskommt, wirkt eine gute Packung Bohnen von einer lokalen Rösterei persönlicher als ein Sammelsurium aus dem Drogeriemarkt.
  • Verbrauchsgüter wählen. Schokolade, Tee, Gewürze oder eine schöne Kerze passen fast immer. Und wenn nicht, sind sie wenigstens bald aufgebraucht und stehen nicht ewig im Regal.
  • Selbst gemacht, aber mit Plan. Gebrannte Mandeln oder Plätzchen in einem hübschen Glas kosten oft nur wenige Euro und kommen gut an. Die eigene Zeit taucht in keiner Wichtelregel auf.
  • Gutscheine mit Bedacht. Gutscheine gehören zu den beliebtesten Weihnachtsgeschenken in Deutschland (HDE-Charts zur Weihnachtsumfrage 2025). Beim Wichteln wirken sie aber schnell unpersönlich. Wer selbst einen bekommt, sollte ihn nicht vergessen. Wie das gelingt, zeigt der Beitrag So verfolgen Sie Geschenkkarten und Store-Guthaben, ohne Geld zu verlieren.
  • Früh anfangen. Wer am 22. Dezember noch nichts hat, kauft das Erstbeste, und das ist selten das Günstigste.

Ein Beispiel aus der Praxis (hypothetisch)

Angenommen, Sie nehmen in einer Saison an drei Wichtelrunden teil: im Büro mit 15 Euro, im Freundeskreis mit 20 Euro und in der Familie mit 25 Euro. Das sind 60 Euro, plus rund 10 Euro für Papier und Karten. Gemessen am durchschnittlich geplanten Geschenkbudget von 263 Euro aus der HDE-Umfrage wäre damit gut ein Viertel schon weg, bevor ein einziges Geschenk für die engsten Menschen gekauft ist.

Das ist kein Grund, auf Wichteln zu verzichten. Es lohnt sich aber, die Runden von Anfang an im Weihnachtsbudget einzuplanen. Wer Geschenke über das ganze Jahr hinweg plant, behält leichter den Überblick. Wie das geht, erklärt der Beitrag Geburtstags-Budget: Ein jährliches Geschenkbudget festlegen – ohne zu raten.

Und wenn das Limit für Sie zu hoch ist?

Das kommt öfter vor, als darüber gesprochen wird. Wenn 25 Euro gerade nicht drin sind, haben Sie mehrere ehrliche Möglichkeiten:

  • Schlagen Sie der Gruppe vorab einen niedrigeren Betrag vor, gern ohne Begründung.
  • Machen Sie nur bei einer Runde mit statt bei dreien.
  • Schlagen Sie Schrottwichteln oder Selbstgemachtes vor. Das macht oft sogar mehr Spaß.

In vielen Gruppen gibt es jemanden, der insgeheim erleichtert ist, wenn das Thema jemand anspricht.

Das Wichtigste in Kürze

  • Übliche Spanne: 10 bis 25 Euro, im Büro eher 10 bis 15 Euro, in der Familie bis 30 Euro.
  • Gruppenregel geht vor: Bleiben Sie in der Nähe des vereinbarten Betrags, sowohl nach oben als auch nach unten.
  • Kein Limit festgelegt? Fragen Sie nach oder orientieren Sie sich an der Untergrenze.
  • Nebenkosten einplanen: Papier und Karten zählen meist nicht mit, landen aber trotzdem auf Ihrer Rechnung.
  • Persönlich schlägt teuer: Ein Geschenk, das zeigt, dass Sie kurz an die Person gedacht haben, wirkt stärker als der Preis.

Im Grunde war die Kollegin mit dem Drucker nie das Problem. Ein Geschenk für 15 Euro, das sie zum Schmunzeln bringt, reicht völlig, und vielleicht reden Sie danach nicht mehr nur über Papierstau.

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