Wie viel solltest du bei Sammlungen im Büro geben?

Author Bao

Bao

Veröffentlicht am

Die kurze Antwort: Für Sammlungen im Büro sind in Deutschland 5 bis 10 Euro ein üblicher Beitrag, etwa für einen Geburtstag. Bei größeren Anlässen wie Abschied, Ruhestand, Hochzeit oder Geburt sind 10 bis 20 Euro angemessen, besonders wenn du der Person nahestehst. Die Beiträge sind freiwillig. Weniger zu geben oder ganz auszusetzen ist legitim.

Diese Spannen sind Faustregeln, keine festen Vorgaben. Welcher Betrag für dich passt, hängt von ein paar einfachen Faktoren ab.

Was ist eigentlich „üblich“?

Eine offizielle Regel gibt es nicht. Knigge-Fachleute in Deutschland betonen aber vor allem einen Punkt: Linda Kaiser, stellvertretende Vorsitzende der Deutschen-Knigge-Gesellschaft, sagt, dass sich bei einem Geschenk unter Kollegen „niemand finanziell verausgaben“ müsse. Ihr Grundsatz lautet: „Jeder gibt, was er möchte, unter Umständen auch nichts“ (leinetal24).

Eine Sammlung funktioniert wie ein Potluck-Essen. Nicht der einzelne Teller zählt, sondern das gemeinsame Buffet. Ein Beitrag von 5 Euro ist kein Geiz. Mit vielen anderen Beiträgen ergibt er ein ordentliches Geschenk.

Vier Faktoren für deinen Beitrag

  1. Nähe zur Person: Mit der Kollegin, mit der du täglich zusammenarbeitest, verbindet dich mehr als mit jemandem aus einer anderen Abteilung, den du zweimal im Jahr auf dem Flur siehst. Dein Beitrag darf diesen Unterschied ruhig zeigen.
  2. Anlass: Ein Geburtstag kommt jedes Jahr wieder. Ein Abschied in den Ruhestand passiert nur einmal. Bei einmaligen Anlässen geben viele etwas mehr.
  3. Größe der Gruppe: In einem Team mit 30 Leuten reichen kleinere Beträge. In einem Team mit fünf Leuten muss jeder etwas mehr geben, damit ein Geschenk zusammenkommt.
  4. Dein Budget: Dein Gehalt verpflichtet dich nicht zu einem bestimmten Betrag. Wer gerade knapp bei Kasse ist, gibt weniger, und das ist völlig in Ordnung.

Richtwerte nach Anlass

Diese Werte sind eine redaktionelle Orientierung, keine Erhebung:

Anlass Üblicher Beitrag Wenn du der Person nahestehst
Geburtstag 2–5 € bis 10 €
Genesungswünsche, Beileid 2–5 € bis 10 €
Hochzeit, Geburt 5–10 € bis 20 €
Abschied, Ruhestand, Jubiläum 5–15 € bis 20 €

Bist du selbst zur Hochzeit eingeladen, ist das eine andere Situation als eine Sammlung im Team. Ein deutsches Ratgeberportal hält für Bekannte und Kollegen dann 30 bis 50 Euro als Geldgeschenk für angemessen (inFranken.de).

Vom Ziel her rechnen

Wenn du unsicher bist, rechne rückwärts. Ein hypothetisches Beispiel: Das Team möchte ein Geschenk für etwa 80 Euro kaufen, und 16 Leute machen mit. Dann kommt das Geschenk schon mit 5 Euro pro Person zusammen. Ein höherer Betrag ist nett, aber nicht nötig.

Fragst du kurz nach, was geplant ist, musst du nicht raten. So weißt du, ob dein Beitrag passt, wie beim Kochen: Erst schaust du ins Rezept, dann gibst du das Salz dazu.

Kleine Beträge, die sich summieren

Einzeln fällt eine Sammlung kaum ins Gewicht. Über ein Jahr hinweg sieht das anders aus. Ein hypothetisches Beispiel: Ein Team mit 20 Leuten hat 20 Geburtstage im Jahr, dazu ein paar Abschiede und vielleicht eine Hochzeit. Bei durchschnittlich 5 Euro pro Anlass kommen schnell 120 Euro oder mehr zusammen.

Diese Ausgaben lassen sich gut planen. Leg dir einen kleinen festen Monatsbetrag für „Büro-Soziales“ zurück, so wie für Kaffee, Kantine oder Pendeln. Wie du die Nebenkosten fürs Büro grundsätzlich im Griff behältst, erfährst du in unserem Artikel darüber, wie du Rückkehr-ins-Büro-Tage mit einer Kostenobergrenze pro Bürotag budgetierst.

Weniger geben oder aussetzen, ohne dass es peinlich wird

  • Umschlag statt Liste: Bei einem verschlossenen Umschlag oder einer Spardose sieht niemand, wer wie viel gegeben hat.
  • Glückwunsch zählt mit: Eine persönliche Zeile auf der Karte kommt oft besser an als ein paar Euro mehr.
  • Kein Rechtfertigungszwang: Ein freundliches „Diesmal bin ich nicht dabei, aber ich unterschreibe gern die Karte“ reicht.
  • Eigene Grenze setzen: Wenn sich die Sammlungen häufen, kannst du dich auf bestimmte Anlässe beschränken, etwa nur auf Abschiede und Hochzeiten.

Wenn du selbst sammelst

  1. Vorab einen Rahmen festlegen: Fachbeiträge empfehlen, dass sich das Team vorab auf einen einheitlichen und angemessenen Preisrahmen einigt. So überbietet sich niemand gegenseitig, und die beschenkte Person fühlt sich nicht überfordert (ZWP online).
  2. Zielbetrag statt Pflichtbetrag nennen: „Wir planen ein Geschenk für rund 80 Euro“ ist eine Orientierung. „Jeder gibt 10 Euro“ setzt Leute unter Druck.
  3. Anonym einsammeln: Ein Umschlag oder ein Sparschwein auf dem Tisch nimmt allen den Druck.
  4. Nach dem Arbeitgeber fragen: Teure Geschenke sollten laut Knigge-Expertin Kaiser eher von der Geschäftsleitung kommen, sofern das im Unternehmen Tradition ist (leinetal24).

Gut zu wissen für Deutschland: Der Arbeitgeber kann seinen Beschäftigten zu persönlichen Anlässen wie Geburtstag, Hochzeit oder Geburt eines Kindes Sachgeschenke bis 60 Euro brutto steuer- und sozialversicherungsfrei machen. Geldgeschenke des Arbeitgebers gehören dagegen immer zum steuerpflichtigen Arbeitslohn (R 19.6 LStR, lohn-info.de). Wenn sich die Firma beteiligt, ist ein Sachgeschenk oder ein Blumenstrauß deshalb oft die einfachere Lösung.

Das Wichtigste in Kürze

  • 5 bis 10 Euro reichen für die meisten Sammlungen. Bei großen Anlässen sind bis etwa 20 Euro angemessen.
  • Deinen Beitrag bestimmen deine Nähe zur Person, der Anlass, die Größe des Teams und dein Budget, nicht dein Gehalt.
  • Weniger zu geben oder auszusetzen ist legitim. Eine herzliche Karte zählt auch.
  • Über das Jahr summieren sich kleine Beträge. Plane sie deshalb fest mit ein.

Entdecke Monee - Haushaltsbuch

Demnächst bei Google Play
Im App Store laden

Begleite die Reise