Die kurze Antwort: Ja, ein Slow Cooker kann sich lohnen. Das gilt vor allem dann, wenn er Schmorgerichte aus dem Backofen ersetzt und du ihn regelmäßig nutzt. Eine Portion kostet in Deutschland dann oft nur wenige Cent Strom.
Gegen seltene Nutzung hilft auch der niedrige Verbrauch nicht. Wenn das Gerät meistens im Schrank steht, sparst du nichts.
Hier rechnen wir das Schritt für Schritt durch. Die Zahlen kannst du danach mit deinem eigenen Strompreis und deinem eigenen Gerät nachrechnen.
Die Grundlage: Was kostet Strom gerade?
Laut der BDEW-Strompreisanalyse Herbst 2026 zahlen Haushalte in Deutschland 2026 bisher im Schnitt 37,0 Cent pro Kilowattstunde. Der Grundpreis ist darin anteilig enthalten.
Dein eigener Tarif kann deutlich davon abweichen. Am besten schaust du auf deine letzte Stromrechnung und rechnest mit deinem Arbeitspreis.
Für alle Beispiele unten nutzen wir die 37 Cent.
Wie viel Strom braucht ein Slow Cooker?
Slow Cooker sind kleine Geräte mit wenig Leistung. Die meisten Modelle haben laut Herstellerangaben etwa 150 bis 280 Watt. Ein niederländischer Energieversorger rechnet im Mittel mit rund 200 Watt.
Zum Vergleich: Das ist ungefähr so viel wie zwei alte 100-Watt-Glühbirnen.
Dafür läuft das Gerät lange, meist zwischen drei und zwölf Stunden. Auf der Garzeit liegt also das Gewicht der Rechnung.
Beispielrechnung: Ein Eintopf für vier Portionen
Hypothetisches Beispiel, gerechnet mit 37 Cent pro kWh (Durchschnitt in Deutschland 2026):
| Szenario | Verbrauch | Stromkosten gesamt | Pro Portion (4) |
|---|---|---|---|
| Sparsam: 150 W, 6 Stunden | 0,9 kWh | ca. 33 Cent | ca. 8 Cent |
| Typisch: 200 W, 8 Stunden | 1,6 kWh | ca. 59 Cent | ca. 15 Cent |
| Hoch: 280 W, 8 Stunden | 2,24 kWh | ca. 83 Cent | ca. 21 Cent |
Das sind Obergrenzen. Wir haben mit der vollen Nennleistung gerechnet, und viele Geräte ziehen im Betrieb im Schnitt weniger.
Eine Portion Gulasch, Chili oder Linseneintopf kostet dich also meist zwischen 8 und 21 Cent Strom.
Und im Vergleich zum Backofen?
Für Schmorgerichte ist der Backofen der eigentliche Konkurrent. Laut EnBW braucht ein Backofen bei 200 Grad im Schnitt 1,5 bis 2 kWh pro Stunde. Moderne, effiziente Geräte kommen mit weniger aus.
Hypothetisches Beispiel: Ein Schmorbraten soll drei Stunden im Ofen garen. Wir nehmen vorsichtig nur 1 kWh pro Stunde an:
- Backofen: 3 kWh → ca. 1,11 €
- Slow Cooker (typisch): 1,6 kWh → ca. 0,59 €
Du sparst also rund 50 Cent pro Gericht. Mit einem älteren Ofen oder bei längeren Garzeiten wird der Unterschied größer.
Wenn du beim Ofen bleibst, hilft dir dieser Tipp der Verbraucherzentrale NRW: Wer nicht vorheizt, spart bis zu 20 Prozent Energie. Mit Umluft kannst du außerdem 20 bis 30 Grad niedriger einstellen.
Wann der Slow Cooker nicht spart
Ehrlich gesagt ist der Slow Cooker nicht immer der Sparsamste.
Für schnelle Gerichte wie Nudeln, Rührei oder ein Pfannengericht ist er der falsche Kandidat. Ein Topf, der 20 Minuten auf dem Herd steht, braucht oft weniger Energie als ein Gerät, das acht Stunden läuft. Am meisten spart der Slow Cooker bei Gerichten, die ohnehin lange garen.
Auch der Schnellkochtopf ist eine echte Alternative. Er spart vor allem Zeit und schafft lange Schmorgerichte in einem Bruchteil der Zeit.
Die Anschaffung: Ab wann hast du das Geld wieder drin?
In Deutschland bekommst du einfache Slow Cooker laut Preisvergleichen wie billiger.de und Testsieger.de ab etwa 25 bis 35 Euro. Größere Modelle mit Timer kosten eher 55 bis 80 Euro. Die Preise ändern sich häufig.
Hypothetische Rechnung: Du sparst pro Gericht rund 50 Cent gegenüber dem Backofen.
- Gerät für 35 € → nach etwa 70 Gerichten über den Strom bezahlt
- Gerät für 70 € → nach etwa 140 Gerichten
Bei einem Gericht pro Woche dauert das also eher ein bis drei Jahre. Allein über die Stromrechnung ist das ein langsames Geschäft.
Die größere Ersparnis liegt oft woanders
Der Strom ist nur ein kleiner Teil der Rechnung. Spürbar wird es bei den Lebensmitteln und bei deinen Gewohnheiten.
Günstigere Zutaten: Schmorstücke wie Rinderwade, Schweinenacken oder Hähnchenschenkel werden im Slow Cooker zart. Sie kosten meist weniger als Kurzbratfleisch. Auch Hülsenfrüchte, Wurzelgemüse und Kohl passen gut.
Vorkochen in großen Mengen: Ein großer Topf ergibt mehrere Mahlzeiten. Einen Teil kannst du einfrieren.
Weniger Spontankäufe: Das kann der wichtigste Punkt sein. Wenn das Essen schon fertig ist, wenn du nach Hause kommst, bestellst du seltener etwas. Ob das bei dir so ist, weißt nur du.
Für wen lohnt sich ein Slow Cooker?
Ein Slow Cooker passt gut zu dir, wenn du:
- gern Eintöpfe, Currys, Chili oder Schmorgerichte isst,
- oft wenig Zeit am Abend hast,
- für mehrere Personen oder auf Vorrat kochst,
- bisher häufig den Backofen für lange Garzeiten nutzt.
Eher weniger lohnt er sich, wenn du:
- meistens schnelle Gerichte kochst,
- wenig Platz in der Küche hast,
- ihn realistisch nur ein paarmal im Jahr nutzen würdest.
Kleine Tipps, damit sich das Gerät auszahlt
- Deckel drauf lassen. Jedes Anheben lässt Wärme entweichen und verlängert die Garzeit.
- Passende Größe wählen. Für ein bis zwei Personen reichen meist 2 bis 3,5 Liter. Ein halbleerer Riesentopf ist unnötig.
- Lieber „Low“ als „High“. Die niedrige Stufe zieht weniger Leistung. Wie sich das auf den Gesamtverbrauch auswirkt, hängt vom Gerät ab.
- Leistung auf dem Typenschild prüfen. Dann kannst du deine Kosten genau ausrechnen: Watt ÷ 1.000 × Stunden × dein Strompreis.
Fazit
Ein Slow Cooker ist sparsam. Eine Portion kostet in Deutschland bei aktuellen Durchschnittspreisen meist nur 8 bis 21 Cent Strom. Gegenüber dem Backofen sparst du bei langen Schmorgerichten spürbar, bei schnellen Gerichten auf dem Herd dagegen kaum.
Ob sich der Kauf für dich lohnt, hängt weniger vom Gerät ab als davon, wie du kochst. Wenn du gern Eintöpfe isst und abends wenig Zeit hast, kann der Slow Cooker zum günstigen Alltagshelfer werden.

