So teilt ihr Lebensmittelrabatte fair in der WG

Author Lina

Lina

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Schon mal an der Supermarktkasse gestanden und euch gefragt, wem der 5-Euro-Rabatt eigentlich gehört? Genau diese Mini-Frage kann einen entspannten WG-Einkauf plötzlich erstaunlich kompliziert machen. Ich habe ein paar einfache Methoden ausprobiert – und eine davon funktioniert bei uns inzwischen fast ohne Nachdenken.

Warum Rabatte in der WG so schnell unfair wirken

Angenommen, drei Mitbewohnerinnen kaufen zusammen ein. Eine nimmt Hafermilch für 6 Euro, eine Nudeln für 4 Euro und eine Shampoo für 10 Euro. An der Kasse werden dank eines Coupons 5 Euro abgezogen.

Teilt man den Rabatt einfach durch drei? Bekommt die Person mit dem Shampoo mehr davon, weil sie mehr ausgegeben hat? Oder gehört der ganze Rabatt der Person, die den Coupon gefunden hat?

Es gibt darauf keine perfekte Antwort. Das eigentliche Problem war bei uns auch selten der eine Euro. Nervig wurde es, wenn niemand wusste, welche Regel gerade gilt.

Deshalb hilft eine simple Vereinbarung mehr als eine mathematisch perfekte Lösung.

Methode 1: Den Rabatt proportional aufteilen

Das ist wahrscheinlich die fairste Variante, wenn alle unterschiedlich viel kaufen. Jede Person erhält den Rabatt entsprechend ihrem Anteil am Gesamtbetrag.

Im Beispiel kostet der Einkauf vor dem Rabatt 20 Euro:

  • Hafermilch: 6 Euro, also 30 Prozent des Einkaufs
  • Nudeln: 4 Euro, also 20 Prozent
  • Shampoo: 10 Euro, also 50 Prozent

Der 5-Euro-Rabatt wird genauso verteilt:

  • 1,50 Euro Rabatt auf die Hafermilch
  • 1 Euro Rabatt auf die Nudeln
  • 2,50 Euro Rabatt auf das Shampoo

Das klingt erst einmal nach viel Rechnerei. Mit dem Taschenrechner dauert es aber kaum zwei Minuten. Ich würde diese Methode vor allem bei größeren Einkäufen oder hohen Rabatten nutzen.

Methode 2: Einfach durch alle teilen

Bei kleinen Beträgen haben wir irgendwann aufgehört, alles exakt auszurechnen. Wenn ein 3-Euro-Coupon auf einen gemeinsamen Einkauf angewendet wird und drei Personen beteiligt sind, bekommt jede Person 1 Euro Rabatt.

Ist das immer hundertprozentig gerecht? Nein. Aber für uns ist es oft gut genug.

Diese Methode passt, wenn die einzelnen Einkaufsbeträge ähnlich sind und niemand regelmäßig deutlich mehr bezahlt. Bei 50 Cent Unterschied möchte ich ehrlich gesagt keine WG-Konferenz einberufen.

Methode 3: Der Rabatt bleibt beim jeweiligen Produkt

Diese Regel ist besonders praktisch bei Angeboten wie „Kaufe zwei, zahle eins“ oder 20 Prozent auf Tiefkühlprodukte.

Wer das reduzierte Produkt bekommt, erhält auch den Rabatt. Kaufen zwei Personen gemeinsam ein Mehrfachpack, teilen sie nur diesen Preis untereinander auf.

Ich habe zum Beispiel einmal ein großes Nudelpaket im Angebot gekauft. Zwei Packungen waren für mich, zwei für meine Mitbewohnerin. Also haben wir den reduzierten Gesamtpreis einfach halbiert. Keine Diskussion, keine fünf Nachkommastellen.

Und wem gehört ein persönlicher Coupon?

Das war bei uns der kniffligste Fall. Wenn jemand Punkte gesammelt oder einen Gutschein über eine App aktiviert hat, fühlt sich dieser Rabatt persönlicher an.

Unsere Lösung: Ein persönlicher Coupon gehört grundsätzlich der Person, die ihn mitbringt. Sie kann freiwillig entscheiden, ihn auf den WG-Einkauf anzuwenden und die Ersparnis zu teilen. Erwartet wird das aber nicht.

Bei Coupons, die wir gemeinsam gesammelt haben, landet der Rabatt dagegen im gemeinsamen Topf. Diese Unterscheidung hat überraschend viel Klarheit geschaffen.

In 10 Minuten ausprobieren

Für eine schnelle WG-Regel braucht es keine Tabelle mit zwölf Spalten. Diese drei Sätze reichen:

  1. Produktrabatte gehören den Personen, die das Produkt nutzen.
  2. Allgemeine Rabatte werden bei kleinen Beträgen gleich, bei größeren proportional verteilt.
  3. Persönliche Gutscheine bleiben persönlich, gemeinsam gesammelte Gutscheine werden geteilt.

Wir haben zusätzlich festgelegt, dass „größer“ bei uns ab 5 Euro Rabatt bedeutet. Darunter teilen wir einfach gleichmäßig. Andere Grenzen können genauso gut funktionieren.

Gemeinsame Einkäufe sichtbar machen

Mir hat außerdem geholfen, Einkäufe direkt zu notieren, statt später Kassenzettel aus Jackentaschen zu sammeln. Eine einfache Notiz-App reicht dafür völlig aus. Ich nutze manchmal auch Monee, weil ich dort endlich sehe, wohin mein Geld tatsächlich geht – ohne dass daraus gleich ein strenger Budgetplan werden muss.

Wichtig ist nur, den Betrag nach dem Rabatt einzutragen. Sonst teilt man aus Versehen den ursprünglichen Preis und die Ersparnis verschwindet rechnerisch.

Am Ende muss eine WG-Regel nicht perfekt sein. Wenn alle wissen, wie Rabatte behandelt werden, und sich niemand regelmäßig benachteiligt fühlt, ist sie fair genug. Genau diese kleine Klarheit macht gemeinsame Einkäufe deutlich entspannter.

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