Kurz gesagt: Ja, ein Brotbackautomat kann sich lohnen. Das gilt aber vor allem dann, wenn du regelmäßig backst und sonst beim Bäcker kaufst. Ein einfaches Weißbrot aus dem Automaten kostet nach unserer Rechnung grob 1 Euro an Zutaten und Strom. Ein Kilo Sauerteigbrot vom Bäcker lag in einer Beispielrechnung des Bäckerhandwerks bei 6,20 Euro. Wenn das Gerät aber nach drei Monaten im Schrank verschwindet, sparst du nichts. Dann hast du nur Geld ausgegeben.
Unten findest du die Rechnung Schritt für Schritt. So kannst du sie mit deinen eigenen Zahlen nachrechnen.
Was kostet ein Brotbackautomat in der Anschaffung?
Die Preise sind sehr unterschiedlich. Für die Rechnung nehmen wir ein solides Mittelklasse-Gerät. Die Stiftung Warentest hat Ende 2023 die Ergebnisse ihres schwedischen Partnermagazins veröffentlicht. Testsieger war der Gastroback 42823 für rund 130 Euro, dahinter landete der Steba BM 2 für etwa 120 Euro.
Das Testergebnis ist dabei durchaus ehrlich: Weißbrot und glutenfreies Brot wurden meist nur mittelmäßig. Mit grobem Roggenteig hatten alle Geräte Probleme. Und weil der Knethaken mitgebacken wird, hat jedes Brot unten ein Loch. Ein Brotbackautomat ersetzt also nicht automatisch den Handwerksbäcker.
Für unsere Rechnung nehmen wir an: 130 Euro Anschaffung.
Wie viel Strom braucht ein Brot?
Die gute Nachricht: weniger, als viele denken. Eine Studie des Öko-Instituts hat gemessen, dass Brotbackautomaten beim Kneten etwa 130 Watt brauchen und beim Gehen nur rund 3 Watt. Nur beim Backen steigt die Leistung deutlich an. Im Vergleich zum Elektrobackofen, der laut Studie rund 0,89 kWh für ein Brot braucht, sparst du etwa 60 Prozent Strom.
Andere Messungen kommen auf ähnliche Werte. Brotbackautomaten.de hat bei einem Roggenbrot 0,31 kWh gemessen. Testundtipps.de nennt je nach Brotgröße und Programm etwa 0,25 bis 0,65 kWh. Vollkornprogramme liegen am oberen Ende.
Laut der BDEW-Strompreisanalyse vom August 2026 zahlen Haushalte 2026 im Schnitt 37,0 Cent pro kWh.
| Verbrauch pro Brot | Stromkosten bei 37 ct/kWh |
|---|---|
| 0,30 kWh | ca. 0,11 € |
| 0,40 kWh | ca. 0,15 € |
| 0,60 kWh (Vollkorn) | ca. 0,22 € |
Für die Rechnung nehmen wir an: etwa 0,15 Euro Strom pro Brot.
Und die Zutaten?
Hier hast du den größten Spielraum. Wir rechnen mit einem einfachen Weizenbrot aus rund 500 g Mehl (hypothetisches Beispielrezept):
- Mehl: Weizenmehl Type 550 kostet bei Discountern laut Supermarktcheck oft zwischen 0,85 und 0,99 Euro pro Kilo. Markenmehl im Supermarkt liegt eher bei 1,79 bis 2,09 Euro (Supermarktcheck Edeka). Für 500 g sind das also etwa 0,45 bis 1,05 Euro.
- Hefe: Ein Würfel Frischhefe (42 g) kostet je nach Laden ungefähr 0,15 bis 0,50 Euro. Die Preise auf Vergleichsportalen sind aber teils veraltet (Supermarktcheck Aldi Süd). Du brauchst etwa einen halben Würfel, also rund 0,10 bis 0,25 Euro.
- Salz, Zucker, etwas Öl: Das ist eine grobe Schätzung ohne feste Quelle, wir rechnen mit etwa 0,10 Euro.
Kerne, Saaten, Bio-Mehl oder Spezialmehle machen das Brot schnell teurer. Behalte das im Kopf, wenn du gern „Körnerbrot deluxe“ backst.
Die Rechnung: Kosten pro Brot
Hier sind zwei hypothetische Szenarien für ein Brot von etwa 800 g:
| Posten | Sparvariante | Komfortvariante |
|---|---|---|
| Mehl (500 g) | 0,45 € | 1,05 € |
| Hefe | 0,10 € | 0,25 € |
| Salz, Zucker, Öl | 0,10 € | 0,10 € |
| Strom | 0,15 € | 0,20 € |
| Summe (ohne Gerät) | ca. 0,80 € | ca. 1,60 € |
Zum Vergleich: In einer Beispielrechnung des Zentralverbands des Deutschen Bäckerhandwerks (WirtschaftsWoche, November 2024) kostet ein Kilo Sauerteigbrot 6,20 Euro. Rund die Hälfte davon sind Personalkosten. Für 800 g wären das etwa 5 Euro. Es geht hier aber um ein Beispiel und nicht um einen bundesweiten Durchschnittspreis, und seitdem sind die Preise weiter gestiegen.
Und ja, das ist ein fairer Einwand: Ein Sauerteigbrot vom Bäcker ist etwas anderes als ein einfaches Weißbrot aus dem Automaten. Der Vergleich zeigt dir nur, wie groß der Abstand ungefähr ist.
Ab wann hat sich das Gerät bezahlt gemacht?
Jetzt kommt die eigentliche Frage. Der Automat kostet 130 Euro, die müssen erst wieder reinkommen.
Hypothetisches Beispiel A: Du kaufst sonst beim Bäcker. Du sparst etwa 4 Euro pro Brot (5 € minus rund 1 €). Nach etwa 33 Broten ist das Gerät bezahlt. Bei einem Brot pro Woche dauert das gut ein halbes Jahr.
Hypothetisches Beispiel B: Du kaufst sonst günstiges abgepacktes Brot. Angenommen, du sparst nur 1 Euro pro Brot. Dann brauchst du etwa 130 Brote, also bei einem Brot pro Woche rund zweieinhalb Jahre.
Hypothetisches Beispiel C: Du backst nur ab und zu. Nehmen wir an, du nutzt das Gerät drei Jahre lang, aber nur 20-mal pro Jahr. Bei 60 Broten macht allein der Gerätepreis gut 2 Euro pro Brot aus. Mit den Zutaten bist du dann bei etwa 3 Euro. Damit ist der Vorteil gegenüber dem Supermarkt weg.
Die Faustregel lautet also: Der Automat ist nicht teuer, aber ungenutzt wird er teuer.
Was spricht sonst dafür, was dagegen?
Dafür:
- Du weißt genau, was im Brot steckt.
- Mit Timer hast du morgens frisches Brot.
- Er braucht deutlich weniger Strom als der Backofen. Laut Stiftung Warentest ist es je nach Gerät und Programm etwa ein Fünftel bis die Hälfte.
- Für ein glutenfreies Brot kann sich das Gerät schneller rechnen, weil gekauftes glutenfreies Brot meist teurer ist. Im schwedischen Test hatte sich das Gerät mit schwedischen Preisen nach etwa 20 glutenfreien Broten bezahlt gemacht, bei normalen Broten erst nach fast 80 (test.de).
Dagegen:
- Er braucht Platz auf der Arbeitsfläche oder im Schrank.
- Das Brot hat unten ein Loch, und die Kruste ist oft nicht wie beim Bäcker.
- Roggen- und kräftige Mischbrote gelingen oft nicht so gut.
- Ein Brot dauert mehrere Stunden. Im Test brauchte das Roggenbrot 3,5 bis 4,5 Stunden.
Woran merkst du, ob er zu dir passt?
Stell dir diese drei Fragen:
- Wie viel Brot esst ihr pro Woche? Wenn es mindestens ein Laib ist, wird es interessant.
- Wo kaufst du heute? Beim Bäcker lohnt sich der Umstieg finanziell viel schneller als beim Discounter.
- Wirst du es wirklich durchziehen? Sei ehrlich zu dir. Das größte Risiko ist nicht die Stromrechnung, sondern ein Gerät, das du nicht benutzt.
Wenn du unsicher bist, kannst du erst einmal ein paar Wochen ein einfaches Brot im Backofen backen. Das kostet mehr Strom, zeigt dir aber, ob Selberbacken in deinen Alltag passt, bevor du 100 Euro oder mehr ausgibst.
Fazit
Ein Brot aus dem Automaten kostet ohne Gerät grob 0,80 bis 1,60 Euro. Das ist deutlich weniger als ein Brot vom Bäcker. Ob sich der Kauf lohnt, hängt kaum vom Strom ab. Entscheidend ist, wie oft du backst und was du sonst kaufen würdest. Wer jede Woche backt und vorher beim Bäcker war, hat das Gerät nach wenigen Monaten wieder drin. Wer nur gelegentlich backt, zahlt am Ende eher drauf.

