Wie viel sollte man für ein Abschlussgeschenk ausgeben?

Author Marco

Marco

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Die kurze Antwort: Für ein Abschlussgeschenk gibt es in Deutschland keine feste Regel, aber gängige Richtwerte. Bekannte geben meist 5 bis 20 Euro, Freunde 25 bis 50 Euro und Familienmitglieder ab 100 Euro. Diese Spannen nennt der Ratgeber von Sparkasse.de für Geldgeschenke zur Einschulung, zum Abitur und zum Studienabschluss. Dort steht auch ausdrücklich, dass die Zahlen nur eine grobe Orientierung sind.

Am Ende zählen zwei Dinge: wie nah Sie der Person stehen und was Ihr Budget gut verkraftet. Im Folgenden sehen Sie Schritt für Schritt, wie Sie daraus einen konkreten Betrag machen.

Richtwerte nach Beziehung

Zwei deutsche Quellen geben ähnliche Spannen an. Die Stuttgarter Zeitung unterscheidet beim Abitur etwas feiner als Sparkasse.de:

Beziehung zur Absolventin oder zum Absolventen Richtwert (Deutschland)
Eltern 100–200 € und mehr
Großeltern 50–100 € und mehr
Sonstige Verwandte (Tante, Onkel, Pate) 20–50 €
Freundinnen und Freunde 25–50 €
Bekannte, Nachbarn, Kollegen der Eltern 5–20 €

Quellen: Sparkasse.de und Stuttgarter Zeitung. Beides sind Empfehlungen, keine Umfragedaten.

Die Tabelle beschreibt Gewohnheiten und keine Pflicht. Auch die Stuttgarter Zeitung betont, dass niemand zu einem bestimmten Betrag verpflichtet ist. Entscheidend ist die eigene finanzielle Lage.

Spielt die Art des Abschlusses eine Rolle?

Ein bisschen schon. Für Deutschland gibt es allerdings keine verlässlichen Zahlen, die die Beträge nach Abschlussart trennen. Die folgenden Punkte sind deshalb eine Orientierung und keine Statistik:

  • Haupt- oder Realschulabschluss: Oft feiert vor allem die engere Familie. Die unteren Werte der Spannen passen hier meist gut.
  • Abitur: Das ist der klassische Anlass für Geldgeschenke, weil danach häufig Reisen, ein Umzug oder der Führerschein anstehen.
  • Ausbildungsabschluss: Das Geld fließt oft in die erste eigene Wohnung oder ins Arbeitsleben. Ein praktisches Geschenk kann hier genauso gut ankommen wie Bargeld.
  • Bachelor, Master oder Promotion: Der Kreis der Gratulierenden ist meist kleiner und persönlicher. Viele Familien orientieren sich hier eher am oberen Ende ihrer Spanne.

Vier Fragen, die Ihren Betrag festlegen

Gehen Sie diese Fragen der Reihe nach durch.

  1. Wie nah stehen Sie der Person? Damit wählen Sie die passende Zeile in der Tabelle.
  2. Was ist in Ihrer Familie oder Ihrem Umfeld üblich? Wenn alle Geschwister bisher 50 Euro bekommen haben, ist das ein guter Anker. So bleibt es fair.
  3. Was passt in Ihr Monatsbudget? Ein Geschenk darf Ihnen nicht später an anderer Stelle fehlen. Liegt der Richtwert über dem, was Sie bequem zahlen können, nehmen Sie den unteren Wert oder schenken Sie etwas Persönliches.
  4. Gibt es in diesem Jahr mehrere Abschlüsse? In manchen Jahren machen Cousine, Patenkind und Nachbarsjunge gleichzeitig ihren Abschluss. Dann lohnt sich ein Gesamtbetrag für alle, den Sie anschließend aufteilen.

Ein Rechenbeispiel (hypothetisch)

Stellen Sie sich vor: Im Sommer haben drei Menschen aus Ihrem Umfeld einen Abschluss. Ihr Patenkind macht Abitur, die Tochter von Freunden beendet ihre Ausbildung, und der Sohn der Nachbarn hat den Realschulabschluss.

So könnte die Aufteilung aussehen:

  • Patenkind (enge Verwandtschaft): 75 €
  • Tochter von Freunden: 30 €
  • Nachbarssohn: 15 € plus eine Karte

Gesamt: 120 €. Dieser Betrag lässt sich vorab einplanen, statt ihn im Juni spontan aufzubringen. Wenn Sie solche Anlässe ohnehin übers Jahr verteilen, hilft ein jährliches Geschenkbudget, das Sie ohne Raten festlegen. Abschlüsse kommen darin einfach als eigene Zeile dazu.

Gemeinsam schenken: mehr Wirkung, weniger Druck

Die Stuttgarter Zeitung empfiehlt, sich in Familie und Freundeskreis abzusprechen. So kann man gemeinsam eine Summe festlegen, etwa als Zuschuss für eine Reise oder das erste Auto, und sie fair aufteilen.

So läuft das in der Praxis:

  • Eine Person sammelt das Geld und kümmert sich um die Karte.
  • Jede Person gibt so viel, wie es ihrer Beziehung und ihrem Budget entspricht. Nicht alle müssen gleich viel geben.
  • Die beschenkte Person erhält ein großes Geschenk statt vieler kleiner Umschläge.

Gerade unter Gleichaltrigen nimmt das viel Druck heraus. Für Schülerinnen und Schüler, die einer Klassenkameradin etwas schenken möchten, finden Sie eigene Richtwerte unter wie viel ein Geschenk für Mitschüler kosten sollte. Und wenn zum Abschluss auch die Lehrkräfte ein Dankeschön bekommen sollen, hilft der Beitrag Wie viel sollte man für ein Lehrergeschenk ausgeben?

Bargeld, Gutschein oder Sachgeschenk?

Form Vorteil Worauf achten
Bargeld oder Überweisung Flexibel, passt zu jedem Plan nach dem Abschluss Mit einer persönlichen Karte wirkt es weniger nüchtern
Gutschein Persönlicher als Bargeld, passend zu Hobbys oder Umzug Läuft eventuell ab oder wird vergessen
Sachgeschenk Bleibt in Erinnerung, z. B. ein Koffer für die Reise Sollte wirklich gebraucht werden
Zeit oder Erlebnis Kostet wenig und zeigt viel Wertschätzung Termin direkt festlegen, damit es nicht untergeht

Wenn Sie zu einem Gutschein greifen, sollten Sie Ablaufdaten und Restguthaben im Blick behalten. Wie das geht, zeigt der Beitrag So verfolgen Sie Geschenkkarten und Store-Guthaben, ohne Geld zu verlieren.

Wenn das Budget gerade knapp ist, sind auch ein selbst gekochtes Essen, ein Kuchen oder eine gemeinsame Unternehmung vollwertige Geschenke. Diese Alternativen nennt auch die Stuttgarter Zeitung.

Größere Geldgeschenke: Was in Deutschland steuerlich gilt

Bei üblichen Beträgen können Sie beruhigt sein. Nach deutschem Recht sind „die üblichen Gelegenheitsgeschenke“ von der Schenkungsteuer befreit (§ 13 Abs. 1 Nr. 14 ErbStG). Ein Abschluss ist ein typischer Anlass dafür.

Interessant wird es erst bei sehr großen Summen, etwa wenn Eltern oder Großeltern zum Studienabschluss eine Anzahlung für eine Wohnung oder ein Auto übernehmen. Dann gelten in Deutschland diese Freibeträge nach § 16 ErbStG:

  • Kinder: 400.000 €
  • Enkelkinder: 200.000 €
  • Geschwister, Nichten, Neffen sowie nicht verwandte Personen: 20.000 €

Diese Freibeträge gelten jeweils innerhalb von zehn Jahren. Für normale Abschlussgeschenke spielen sie keine Rolle. Bei ungewöhnlich hohen Beträgen lohnt sich aber ein kurzer Blick in den Gesetzestext oder eine Frage an eine Steuerberatung. In anderen Ländern gelten andere Regeln.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Bekannte: etwa 5–20 €
  • Freunde: etwa 25–50 €
  • Verwandte: etwa 20–100 €, Großeltern oft mehr
  • Eltern: ab 100 €, je nach Möglichkeiten deutlich mehr
  • Ihr Budget hat Vorrang. Ein kleiner Betrag mit einer persönlichen Karte ist besser als ein großer, der Ihnen später fehlt.
  • Gemeinsam schenken macht große Wünsche möglich und verteilt die Kosten fair.

Die Richtwerte sind Ihr Ausgangspunkt. Den endgültigen Betrag bestimmen Ihre Beziehung zur beschenkten Person und Ihr Budget.

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