Wie viel sollte man für ein Lehrergeschenk ausgeben?

Author Marco

Marco

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Kurz gesagt: Viel weniger, als Sie vielleicht denken. In Deutschland sind die meisten Lehrkräfte im öffentlichen Dienst. Deshalb dürfen sie nur sehr geringwertige Geschenke annehmen. Ein Geschenk von einer einzelnen Familie sollte meist nicht mehr als 5 bis 10 Euro kosten. Für ein Sammelgeschenk der ganzen Klasse liegen die Grenzen je nach Bundesland meist zwischen 10 und 30 Euro.

Das klingt vielleicht knauserig. Die Regel schützt aber die Lehrkraft. Hier sehen Sie, warum das so ist und wie Sie trotzdem ein schönes Geschenk finden.

Warum es für Lehrergeschenke überhaupt Grenzen gibt

Für verbeamtete Lehrkräfte in Deutschland gilt § 42 des Beamtenstatusgesetzes. Danach dürfen Beamtinnen und Beamte „keine Belohnungen, Geschenke oder sonstigen Vorteile“ in Bezug auf ihr Amt annehmen. Für Ausnahmen braucht es die Zustimmung des Dienstherrn. Für angestellte Lehrkräfte gibt es im Tarifrecht eine ähnliche Regel. Wenn eine Lehrkraft ein zu teures Geschenk annimmt, drohen ihr Disziplinarmaßnahmen. Im schlimmsten Fall kann sie sich sogar wegen Vorteilsannahme strafbar machen (§ 331 StGB).

Wie ernst das gemeint ist, zeigt ein bekannter Fall aus Berlin. Ein Kurs schenkte seiner Lehrerin zum Abschied eine Loriot-Figur für rund 200 Euro. Die Lehrerin musste danach 4.000 Euro zahlen (Tagesspiegel). Mit einem großzügigen Geschenk tun Sie der Lehrkraft also womöglich keinen Gefallen.

Die Grenzen nach Bundesland

So sieht das im Überblick aus. Die Werte stammen aus der Übersicht von anwaltonline.com (zuletzt aktualisiert 2026). Für Berlin kommt die Meldung von News4teachers dazu:

Bundesland Orientierung
Berlin Klassengeschenk bis 30 €, Einzelpersonen bis 10 €. Geschenke über 30 bis 50 € müssen gemeldet werden
Thüringen bis 25 € für geringfügige Aufmerksamkeiten
Hamburg Geschenk der Klasse oder Elterngruppe bis 20 €. Geschenke von Einzelpersonen sind nicht erlaubt
Hessen, Sachsen bis 20 €
Brandenburg bis 15 €. Für Abschiedsgeschenke ist eine Zustimmung möglich
Niedersachsen, Rheinland-Pfalz Empfehlung: bis 10 € für Klassengeschenke
Schleswig-Holstein Bagatellgrenze 10 €
Bayern, Baden-Württemberg, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern, NRW, Saarland, Sachsen-Anhalt keine feste Summe genannt, das Geschenk muss aber „geringwertig“ sein

Wichtig: Diese Werte stammen aus Ratgebern und Presseberichten, nicht direkt aus den Erlassen der Länder. Die Regeln können sich ändern, und manche Schulen haben eigene Vorgaben. Wenn Sie unsicher sind, fragen Sie kurz im Sekretariat oder bei der Elternvertretung nach. An Privatschulen bestimmt meist der jeweilige Träger, was erlaubt ist.

Drei Regeln, die überall gelten

Das Wichtigste lässt sich in drei Punkten zusammenfassen:

  1. Kein Bargeld. Geldgeschenke gelten laut anwaltonline.com in keinem Fall als angemessen. Gutscheine haben einen klaren Geldwert. Halten Sie sich deshalb im Zweifel auch bei Gutscheinen zurück.
  2. Selbstgemachtes ist fast immer in Ordnung. Ein gemaltes Bild, eine Karte oder ein Brief der Kinder hat vor allem ideellen Wert. Solche Geschenke sind in der Regel unproblematisch.
  3. Gemeinsam ist besser als einzeln. Für Sammelgeschenke gelten großzügigere Grenzen als für Geschenke einzelner Familien. In Hamburg sind Geschenke von Einzelpersonen nach dieser Übersicht sogar gar nicht erlaubt.

So rechnen Sie ein Klassengeschenk richtig

Viele planen ein Sammelgeschenk falsch herum: Sie überlegen, wie viel jede Familie gibt, und rechnen dann hoch. Gehen Sie lieber umgekehrt vor und beginnen Sie mit der Obergrenze.

Hypothetisches Beispiel: Eine Klasse in Hessen hat 25 Kinder. Die Orientierungsgrenze liegt dort bei 20 Euro.

  • Gesamtbudget: höchstens 20 €
  • Pro Familie: 20 € ÷ 25 = 80 Cent
  • Aufgerundet auf 1 € pro Familie ergibt das 25 €. Das wäre schon zu viel. Also besser 50 Cent bis 80 Cent einsammeln oder das Geschenk entsprechend klein halten.

Sie sehen: Bei Lehrergeschenken geht es nicht um große Summen. Wer das Geld einsammelt, sollte es deshalb einfach halten. Ein fester Betrag pro Familie und eine kurze Nachricht in der Elterngruppe reichen völlig. Mehr Tipps dazu finden Sie in unserer einfachen Aufteilregel für Gruppengeschenke.

Ideen, die wenig kosten und viel bedeuten

Stellen Sie sich das Ende des Schuljahres aus Sicht der Lehrkraft vor: ein Stapel Karten, ein paar Blumen, vielleicht ein Glas Marmelade. Am meisten bleibt meist hängen, was persönlich ist:

  • Ein Klassenbuch oder Plakat mit Fotos, Zeichnungen und kurzen Sätzen aller Kinder
  • Ein Blumenstrauß von der ganzen Klasse
  • Etwas Selbstgemachtes: Kekse, Marmelade oder eine bemalte Tasse
  • Ein handgeschriebener Dankesbrief der Eltern. Er kostet nichts und wird oft am längsten aufgehoben.

Das Geschenk ins Jahresbudget einplanen

Ein Lehrergeschenk allein belastet kaum ein Budget. Im Schuljahr kommen aber einige Anlässe zusammen: Weihnachten, Schuljahresende, Abschied von der Grundschule und dazu Kindergeburtstage. Wenn Sie diese Anlässe einmal im Jahr zusammen einplanen, fühlen sich die kleinen Beträge nicht wie Überraschungen an. Wie das geht, erklärt unser Artikel zum jährlichen Geschenkbudget ohne Raten. Für die Geschenke der Kinder untereinander hilft der Beitrag wie viel ein Geschenk für Mitschüler kosten sollte.

Auf einen Blick

  • Einzelne Familie: symbolisch, meist bis 5–10 €. Oft ist eine Karte oder etwas Selbstgemachtes die beste Wahl.
  • Ganze Klasse: je nach Bundesland meist 10–30 € insgesamt.
  • Niemals: Bargeld oder teure Wertgegenstände.
  • Im Zweifel: bei der Schule nachfragen, bevor Sie etwas kaufen.

Ein Lehrergeschenk soll Danke sagen. Ein kleiner Betrag drückt Ihre Wertschätzung also genauso gut aus und bringt die Lehrkraft nicht in eine schwierige Lage.

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